Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé verkauft seine Wassersparte in China

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé reduziert sein Wassergeschäft: In China wird es von einer Brauerei übernommen, in Nordamerika ein Verkauf geprüft. Eine Antwort auf die internationale Kritik?
Eine Wasserflasche von Nestlé in China

Eine Wasserflasche von Nestlé in China

Foto: Weng lei / Imaginechina / AP

Ganze Kampagnen gab es gegen Nestlés Geschäft mit dem Wasser  - der Vorwurf: Der Lebensmittelkonzern mache Milliardenprofite mit Wasserquellen, die dann Mensch und Natur vor Ort fehlten. Nun verkauft Nestlé das chinesische Wassergeschäft an die Tsingtao Brewery Group.

Ob die Transaktion mit der weltweiten Kritik zusammenhängt, bleibt allerdings offen. Sie sei Teil eines strategischen Kooperationsabkommens mit dem chinesischen Bierhersteller, wie Nestlé am Freitag mitteilte. Der Deal umfasse die Übertragung der lokalen Marke Dashan Yunnan Shan Quan sowie dreier Fabriken in Kunming, Shanghai und Tianjin, sagte Nestlé. Tsingtao werde im Rahmen einer Lizenzvereinbarung auch die Nestlé-Marke Pure Life in China produzieren und vermarkten. Allerdings verkauft Nestlé die internationalen Marken wie S.Pellegrino oder Perrier in China weiter.

Die finanziellen Einzelheiten legten die Unternehmen nicht offen. China ist der zweitgrößte Markt des Schweizer Konzerns.

Seit einiger Zeit ist Nestlé dabei, sein Wassergeschäft auf angestammte Premiummarken wie Perrier, S.Pellegrino oder Acqua Panna zu fokussieren. Außerdem wolle man sich stärker auf "funktionales Wasser" konzentrieren, also etwa mit Magnesium angereichertes Wasser, bestätigte ein Sprecher gegenüber dem SPIEGEL.

Auch Nordamerika-Wassergeschäft soll verkauft werden

Nestlé prüft auch einen Verkauf von Teilen seiner Wassersparte in Nordamerika, mit allen regionalen Quellwassermarken sowie aufbereitetem Trinkwasser. Darunter ist auch die Marke Pure Life. Bis Anfang 2021 soll eine entsprechende strategische Prüfung abgeschossen sein. Die Sparte ist seit Längerem das Sorgenkind des Unternehmens. 

Nestlés weltweites Wassergeschäft umfasste im vergangenen Jahr 48 Wassermarken und setzte 7,8 Milliarden Schweizer Franken (rund 7,2 Milliarden Euro) um. Immerhin findet sich in den langfristigen Zielen der Firma eine Antwort auf den steigenden Druck von außen: Bis 2025 soll Nestlés gesamtes Wassergeschäft CO2-neutral sein und damit zusammenhängende Wassereinzugsgebiete wiederhergestellt werden.

caw/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.