Videostreaming Netflix schwächelt bei den Abos - Aktie rutscht ab

Fünf Millionen neue Bezahler wollte Netflix im vergangenen Quartal locken - und verfehlte dieses Ziel komplett. Der Aktienkurs des Unternehmens brach daraufhin ein.

Netflix-Gebäude (in Los Angeles): Höhere Preise, weniger Abos als erhofft
Lucy Nicholson/ REUTERS

Netflix-Gebäude (in Los Angeles): Höhere Preise, weniger Abos als erhofft


Zuletzt hat Netflix in zahlreichen Märkten die Preise erhöht, das kam bei vielen aktuellen und potenziellen neuen Nutzern nicht gut an. Nun schlägt sich das auch negativ in der Quartalsbilanz nieder. In den drei Monaten bis Ende Juni kamen weltweit unterm Strich lediglich 2,7 Millionen neue Bezahlabos hinzu, wie der Onlinevideodienst am Mittwoch nach US-Börsenschluss im kalifornischen Los Gatos mitteilte.

Damit blieb Netflix weit unter den Erwartungen der Wall-Street-Analysten und auch unter seiner eigenen Prognose von fünf Millionen neuen Nutzern. Insgesamt brachte es der Streamingservice zum Quartalsende auf knapp 152 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.

Am Markt sorgten die Zahlen für Unruhe - die Aktie rutschte nachbörslich um mehr als zwölf Prozent nach unten. Netflix räumte eine besonders schwache Nutzerentwicklung in Regionen ein, wo im vergangenen Quartal Preiserhöhungen vorgenommen wurden. Dazu zählt etwa der wichtige US-Heimatmarkt, wo der Konkurrenzdruck ohnehin groß ist.

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Dass der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar anstieg und der Gewinn mit 270,7 Millionen Dollar (241,2 Mio Euro) über den Vorhersagen der Finanzanalysten lag, konnte die Börse nicht versöhnen. Allerdings stieg der Aktienkurs im Jahresverlauf schon um 35 Prozent, sodass die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen günstig ist.

Disney und andere Big Player stehen schon bereit

Am steigenden Wettbewerb im Markt für Videodienste im Internet kann Netflix' Schwäche im zweiten Quartal eigentlich noch nicht liegen. Zwar stehen mit dem Hollywoodgiganten Disney, dem iPhone-Riesen Apple und der Mutter des beliebten Bezahlsenders HBO ("Game of Thrones"), AT&T, hochkarätige Konkurrenten bereit - doch deren Angebote sind größtenteils noch gar nicht am Start.

Die von Analysten ins Gespräch gebrachte Idee, die Einnahmen durch das Schalten von Werbung zu erhöhen, findet bei Netflix bislang wenig Anklang. In einem Brief an die Aktionäre teilte der Konzern mit: "Wir glauben, dass wir langfristig ein wertvolleres Geschäft betreiben, indem wir uns aus dem Wettbewerb um Werbeeinnahmen heraushalten und stattdessen voll und ganz um die Zufriedenheit der Zuschauer konkurrieren."

jok/dpa



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