Strommarkt Noch mehr Unternehmen wollen keine Netzentgelte zahlen

Die Zahl der Firmen, die von Netzentgelten befreit werden wollen, ist erneut gestiegen. Das könnte andere Stromverbraucher bis zu 400 Millionen Euro kosten.
Strommasten in Nordrhein-Westfalen

Strommasten in Nordrhein-Westfalen

Foto: Gambarini Federico/ picture-alliance/ dpa

Die Zahl der Unternehmen, die keine Netzengelte für Strom zahlen, dürfte weiter steigen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Demnach galten im Jahr 2016 noch Ausnahmeregelungen für insgesamt 3673 Firmen. In diesem Jahr könnte die Zahl auf mehr als 4000 ansteigen. Bislang sind bei der zuständigen Bundesnetzagentur 289 neue Anträge auf Ausnahmen mit einem Stromvolumen von 6,6 Terrawattstunden eingegangen. Das Bundeswirtschaftsministerium geht dem Bericht zufolge aber davon aus, dass viele Anträge erst kurz vor Ablauf der Antragsfrist Ende September gestellt werden.

"Noch einmal etwa 200 bis 400 Millionen Euro an Netzentgelten müssen private und gewerbliche Stromverbraucher für schwarz-gelbe Geschenke an die Industrie zahlen", sagte der grüne Fraktionsvize Oliver Krischer dem RND. "Auf Druck der FDP wurden die Befreiungen 2011 eingeführt und ein SPD-Wirtschaftsminister hat nichts an diesen Industriegeschenken auf Kosten der Privatverbraucher geändert".

dab
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