Neue Konzernstruktur Time Warner spaltet AOL ab

Der US-Medienkonzern Time Warner will AOL loswerden. Am 9. Dezember wird das Unternehmen die Problemtochter abspalten. Schon einen Tag darauf soll AOL als eigenständiges Unternehmen an der Börse gehandelt werden.

AOL-Logo: Trennung von Problemtochter
AP

AOL-Logo: Trennung von Problemtochter


New York - Time Warner macht Ernst mit der Trennung von seiner Problemtochter AOL. Damit zieht der Medienkonzern einen Schlussstrich unter ein Jahre währendes Desaster.

Die einst hundert Milliarden Dollar schwere Fusion von AOL und Time Warner war im Jahr 2001 als Jahrhunderthochzeit gefeiert worden. Nach dem Platzen der Internetblase blieben gigantische Verluste, die Ehe galt als gescheitert.

Time Warner hatte bereits im Mai angekündigt, AOL bis zum Jahresende loswerden zu wollen. Jetzt teilte Time Warner in New York mit, die Internetsparte werde am 9. Dezember aus dem Konzern herausgelöst und am darauf folgenden Tag als eigenständiges Unternehmen an der Börse gehandelt.

Der Konzern überlässt AOL seinen Anteilseignern: Für elf bestehende Time-Warner-Aktien erhalten diese ein neues AOL-Papier. Oben drauf kommt die Quartalsdividende von 0,1875 Dollar pro Anteilsschein.

Time Warner hatte nicht zuletzt wegen AOL auch im dritten Quartal einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Überschuss war um fast 40 Prozent auf 661 Millionen Dollar (444 Mio Euro) gefallen. Die Internetsparte leidet unter sinkenden Nutzerzahlen und niedrigen Werbeeinnahmen. Nach der Loslösung, das hatte der bisherige Mutterkonzern bereits angekündigt, muss AOL sein Geschäft erst einmal auf Vordermann bringen und dafür teuer umbauen.

Time Warner selbst steckt bereits seit längerem in einem Umbau. In Europa hat sich der Konzern längst vom AOL-Geschäft mit Internetzugängen getrennt. Auch die Kabelnetzsparte ist weg. Zum Kerngeschäft von Time Warner gehören TV-Sender ("CNN"), Magazine ("Time", "Fortune") oder Filmstudios ("Warner Brothers").

fro/dpa-AFX



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