Neue Prämie Daimler-Chef fordert Staatshilfen für Elektroautos

Batterienforschung, der Aufbau spezieller Tankstellen: Elektrofahrzeuge stellen die Autoindustrie vor Milliardenkosten. Jetzt fordert Daimler-Chef Zetsche Hilfe von der Regierung, um den der Anbruch des neuen mobilen Zeitalters zu beschleunigen. Doch der Bund schmettert dies ab.
Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen: Zetsche fordert Kohle für Elektroautos

Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen: Zetsche fordert Kohle für Elektroautos

Foto: dapd

Elektroautos

Dieter Zetsche

Stuttgart - Nach dem Auslaufen der milliardenschweren Abwrackprämie für Altautos wird in der deutschen Autoindustrie der Ruf nach neuen staatlichen Beihilfen laut. Diesmal soll der Kauf von subventioniert werden. Daimler-Chef   sagte am Donnerstag in Stuttgart, wie schnell das Zeitalter der Elektromobilität tatsächlich anbreche, liege auch an der Politik.

Neben der Förderung der Grundlagenforschung über leistungsfähige Batterien und deren Produktion müsse auch der Ausbau von Strom- und Wasserstoff-Tankstellen gefördert werden. Da Elektroautos auf absehbare Zeit einige tausend Euro teurer als Fahrzeugs mit einem Verbrennungsmotor seien, brauche die Branche darüber hinaus Kaufanreize.

Daimler

"In anderen Ländern - etwa in den USA und in China - sind solche Programme bereits Realität", sagte Zetsche. "Wenn wir also in Deutschland nicht ins Hintertreffen geraten wollen, sollten wir auch hierzulande über vergleichbare Maßnahmen nachdenken." Die finanzielle Förderung solle an die Leistungsfähigkeit der Batterien gekoppelt werden, die als Energiespeicher das Herz von Elektroautos bilden. So könnten die knappen öffentlichen Mitteln geschont werden. "Die Politik kann also einiges tun", sagte der -Chef.

Die Regierung aber sieht das ganz anders. "Ganz bewusst haben wir auf eine Kaufprämie verzichtet, weil sie unserer Auffassung den Markt verzerrt", sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle am Donnerstag in Berlin. "Unsere Unternehmen haben das auch nicht nötig, denn sie sind gut aufgestellt." Der Bund gebe eine Anschubfinanzierung für Forschung und Entwicklung in Höhe von 500 Millionen Euro, betonte der FDP-Politiker. Das müsse reichen.

Die Bundesregierung dringt darauf, dass die Autoindustrie in Deutschland bei Entwicklung von Elektrofahrzeugen international eine Führungsrolle einnimmt. Seit Mai tüftelt die Branche im Rahmen der "Nationalen Plattform Elektromobilität" an einer gemeinsamen Strategie. In Kürze soll der Kanzlerin ein Zwischenbericht übergeben werden. Ein weiteres Treffen von Herstellern, Zulieferern, Wissenschaftlern und Politik ist für kommendes Frühjahr geplant. Ziel ist, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen.

ore/ssu/Reuters
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