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17. März 2014, 13:49 Uhr

Statistik 

Niedrige Zinsen befeuern Wohnungsbau

Das Plus beträgt rund 13 Prozent: In Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt 2013 deutlich mehr Wohnungen genehmigt worden als im Vorjahr. In beliebten Ballungsgebieten reicht das Angebot dennoch nicht aus.

Wiesbaden - Die Bauzinsen in Deutschland sind historisch niedrig. Und obwohl der Zinsvorteil in Großstädten und guten Lagen von den gestiegenen Kaufpreisen quasi "aufgefressen" wird, hält der Immobilienboom in der Bundesrepublik an: Im vergangenen Jahr wurden rund 270.000 neue Wohnungen genehmigt, das sind fast 13 Prozent mehr als 2012, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Unter den Neubauten sind den aktuellen Zahlen zufolge besonders viele Mehrfamilienhäuser. Die Zahl der Wohnungen in solchen Häusern stieg demnach sogar um rund 22 Prozent auf knapp 118.000. Fertiggestellt worden seien im vergangenen Jahr etwa 230.000 Wohnungen, sagte laut AFP der Chefvolkswirt des Bauindustrieverbands, Heiko Stiepelmann. Auch in diesem Jahr rechne er mit bis zu 260.000 neuen Wohnungen.

Angebot in Großstädten reicht nicht aus

Der kräftige Zuwachs sei auch "bitter nötig". Im Krisenjahr 2009 waren in Deutschland so wenige Wohnungen fertiggestellt worden wie noch nie seit der Wiedervereinigung, erst seit 2010 lägen die Zahlen wieder "auf vernünftigem Niveau", urteilt Stiepelmann. Laut Statistik wurden 2010 rund 5,5 Prozent mehr Wohnungen neu genehmigt als im Vorjahr, 2011 waren es knapp 22 Prozent mehr und 2012 rund 4,8 Prozent.

Für die Bauindustrie bedeutet der Boom mehr Umsatz und laut Stiepelmann auch mehr Stellen. Der Verband rechne 2013 mit einem Umsatzplus von vier Prozent, im laufenden Jahr sogar von fünf Prozent, sagte der Volkswirt.

Die positive Entwicklung sei aber nicht flächendeckend, betont Stiepelmann. In den Ballungsräumen gebe es Zuwanderung und großen Bedarf an Wohnraum - "vor allem an kostengünstigem Wohnraum". Auf dem flachen Land gebe es diesen Bedarf nicht.

Experten zufolge reicht das Angebot in Großstädten wie Berlin nicht aus. Die Preise dürften deshalb weiter steigen: Der Rat der Immobilienweisen rechnet damit, dass Mieten und Preise für Wohneigentum in diesem Jahr um durchschnittlich drei Prozent anziehen dürften. Überdurchschnittliche Zuwächse werden in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt erwartet, wo die Bautätigkeit mit der wachsenden Nachfrage nicht Schritt hält.

bos/AFP/Reuters

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