Medienbericht Neuer Air-France-Chef streicht Tausende Stellen

Im harten Wettbewerb mit Billigfliegern treibt Air France den Sparkurs voran. Dafür will der neue Konzernchef einem Zeitungsbericht zufolge bis zu 3000 weitere Stellen streichen.

Air-France-Flugzeuge im Flughafen von Orly: operatives Minus von 451 Millionen
Bertrand Guay/ AFP

Air-France-Flugzeuge im Flughafen von Orly: operatives Minus von 451 Millionen


Paris - Die Einsparungen bei Air France-KLM fallen offenbar drastischer aus als erwartet. Zwischen 2600 und 3000 Stellen will der neue Chef Frederic Gagey streichen, berichtet die französische Zeitung "Les Echos". Zudem wolle das Unternehmen die Boeing-Großraumflugzeuge des Typs 747 ab 2016 nach und nach aus dem Betrieb nehmen. Der Konzern will sich erst am Mittwoch dazu äußern.

Das Unternehmen hatte bereits vor einigen Wochen mitgeteilt, dass die ursprünglichen Pläne zur Kostenreduzierung angesichts des wirtschaftlichen Umfelds nicht ausreichen werden. Wie viele Konkurrenten in Europa versucht der Air-France-Mutterkonzern Air France-KLM Chart zeigen, mit einem harten Sparkurs gegen anhaltende Verluste anzusteuern. Im ersten Halbjahr verbuchte er ein operatives Minus von 451 Millionen und einen Nettoverlust von 793 Millionen Euro.

Grund dafür: Wie die deutsche Lufthansa bekommt Air France-KLM die immer stärkere Konkurrenz von Billigfliegern zu spüren. Auch gestiegene Kerosinkosten und das in der Wirtschaftsflaute schwächelnde Frachtgeschäft machen der französisch-niederländischen Fluggesellschaft zu schaffen.

Um gegenzusteuern, steckt das Unternehmen wie Rivale Lufthansa Chart zeigen bereits mitten in einem Umbau. Der Gesamtkonzern hat schon mehr als 5000 Stellen gestrichen, neue Verträge mit den Gewerkschaften ausgehandelt und das Streckennetz ausgedünnt.

Air France-KLM kann anders als Lufthansa dabei auf eine neue Führung setzen: Gesamtkonzern-Chef Alexandre de Juniac bei Air-France-KLM und Gagey bei Air France haben erst im Juli ihre Posten übernommen. Die Lufthansa muss sich indes mitten in der Umstrukturierung erst noch einen neuen Chef suchen. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Franz kündigte am Montag an, im Frühjahr 2014 zum Schweizer Pharmakonzern Roche zu wechseln.

vks/Reuters/dpa/AFP



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tobiash 16.09.2013
1. Auch Gagey ...
... wird der Billigfliegerkonkurrenz nichts entgegen zu setzen haben, als Arbeitsplatzabbau und Kürzungen der freiwilligen Sozialleistungen. Gerade in Frankreich schlagen jetzt die Anhebung des Mindestlohnes und die mangelnde Flexibilität der Unternehmen voll durch. Für den Fall, dass rot/grün bei uns an die Macht kommt sollten wir uns schon mal an solche unschönen, aber unumgänglichen Maßnahmen gewöhnen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.