Neuer Posten für Noch-E.on-Chef Bernotat wird Telekom-Aufsichtsrat

Der Telekom-Aufsichtsrat bekommt prominenten Zugang: E.on-Chef Bernotat und ThyssenKrupp-Vorstand Middelmann rücken nach Informationen des "manager magazin" in das Gremium auf. Der Vertrag von Konzernvorstand Manfred Balz wird bis 2012 verlängert.
Von Astrid Maier
Manager Bernotat: Neuer Kontrolleursposten bei der Telekom

Manager Bernotat: Neuer Kontrolleursposten bei der Telekom

Foto: ddp

Hamburg - Die Telekom besetzt ihr oberstes Kontrollgremium neu. Zwei Personalien stehen nach Informationen des "manager magazin" fest: E.on-Chef Bernotat und ThyssenKrupp-Vorstand Ulrich Middelmann rücken in den Aufsichtsrat des Bonner Dax-Konzerns auf. Linde-Chef Wolfgang Reitzle und Post-Aufsichtsratschef Wulf von Schimmelmann scheiden dafür aus.

Reitzle hatte bereits mit seiner Berufung zum Aufsichtsratsvorsitzenden von Continental   2009 bekannt gegeben, sich bei der Telekom   aus dem Kontrollgremium zurückziehen zu wollen. Schimmelmann ließ mitteilen, er wolle sich auf seine Funktion bei der Post   konzentrieren. Die Personalien wurden bereits bei der letzten Sitzung des Telekom-Aufsichtsrats Mitte Dezember 2009 beschlossen, erfuhr "manager magazin" von Insidern.

Wulf Bernotat wird sich demnächst von der Spitze bei E.on   verabschieden und entsprechend mehr Zeit für einen Kontrolleursposten haben. Middelmann ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei ThyssenKrupp  , gilt intern aber als Manager ohne konkreten Zuständigkeitsbereich. Die Telekom hatte zunächst auf Wunsch der Arbeitnehmerseite nach einer Frau für die Nachbesetzung gesucht, ist aber offenbar nicht fündig geworden.

Der Telekom-Aufsichtsrat verlängerte im Dezember zudem den Vertrag von Telekom-Vorstand Manfred Balz vorzeitig um weitere zwei Jahre. Der Vertrag wäre zum September 2010 eigentlich ausgelaufen und gilt nun bis 2012. Damit hat der Aufsichtsrat dem Manager das Vertrauen in einer entscheidenden Phase ausgesprochen.

Balz, Chefjustiziar der Telekom, ist mit der Aufarbeitung des Spitzelskandals bei der Telekom beauftragt und erst in dieser Funktion in den Vorstand berufen worden. Zuletzt hatte es immer wieder Versuche von in der Affäre Beschuldigten gegeben, Balz eine Mitschuld an der vermeintlich schleppenden Aufklärungsarbeit zuzusprechen. Der Aufsichtsrat sieht dies offensichtlich anders und hat Balz mit der vorzeitigen Verlängerung seines Vertrags nun den Rücken gestärkt.

Die Telekom bestätigte die vorzeitige Verlängerung des Arbeitsverhältnisses von Balz. Zu den Personalien im Aufsichtsrat wollte sich ein Sprecher nicht äußern.

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