Wall Street Dow Jones geht rauf und runter und wieder rauf

An der Wall Street herrscht Ratlosigkeit über die rasante weihnachtliche Berg- und Talfahrt. Die Händler hoffen, dass nur die Feiertage für die Kurssprünge verantwortlich sind.

Ein Trader an der New York Stock Exchange
AP

Ein Trader an der New York Stock Exchange


Angesichts der Ungewissheit über die Entwicklung der Weltwirtschaft geht es an den Börsen derzeit auf und ab. Nachdem der Dow Jones Industrial am Heiligabend mit einem satten Minus von fast drei Prozent geendet hatte, war der US-Leitindex am Mittwoch um rund fünf Prozent nach oben geschnellt. Damit erreichte er den höchsten Tagesgewinn seit neun Jahren.

Am Donnerstag notierte der Dow zwischenzeitlich 2,27 Prozent tiefer bei 22 358,78 Punkten. Nach der Achterbahnfahrt schlossen die US-Börsen im Plus: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 1,1 Prozent auf 23.138 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 2488 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 6579 Punkte.

Haushaltsstreit sorgt für Unruhe

Händler machten den feiertagsbedingt geringen Handel für die rasanten Kurssprünge mitverantwortlich. Besänftigend auf die Anleger wirkten einerseits gute Zahlen aus der Einzelhandelsbranche und das Bekenntnis des Weißen Hauses, dass Notenbank-Chef Jerome Powell nicht zur Disposition stehe. Dieser bleibe "hundertprozentig" auf seinem Posten, bekräftigte Kevin Hassett, Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, gegenüber dem Sender ABC News.

Zuvor hatten US-Medienberichte Spekulationen genährt, Trump könne die Ablösung des Fed-Chefs betreiben. Der Präsident hatte in jüngster Zeit immer wieder seine Unzufriedenheit mit dem Zinserhöhungskurs der US-Notenbank deutlich gemacht - und dabei mit der Gepflogenheit gebrochen, dass US-Präsidenten die Unabhängigkeit der Fed anerkennen.

Andererseits beunruhigen der Haushaltsstreit von US-Präsident Donald Trump mit den oppositionellen Demokraten, der zu einem teilweisen Behördenstillstand geführt hat, sowie die andauernde Unsicherheit über den chinesisch-amerikanischen Handelsstreit die Anleger mehr und mehr, so Händler.

Schlechte Stimmung bei den US-Verbrauchern

Dagegen hatte die Bekanntgabe neuer Konjunkturdaten nur wenig Einfluss auf die Notierungen: Wie das Marktforschungsinstitut Conference Board mitteilte, hatte sich die Stimmung der US-Verbraucher im Dezember überraschend deutlich eingetrübt.

Unter den Einzelwerten standen Amazon-Titel im Fokus. Sie verloren 5,1 Prozent. Börsianer verwiesen auf die Nachricht, dass Indien - einer der weltweit am stärksten wachsenden Onlinemärkte - seine Gesetzgebung für ausländische Internethändler wie Amazon verschärft hat.

Die Papiere von Visa verloren am Donnerstag zuletzt 2,6 Prozent. Der Kreditkartenanbieter will den britischen Finanzdienstleister Earthport übernehmen und bietet 30 Pence je Earthport-Aktie. Diese schloss in London mit einem Kursplus von fast 280 Prozent.

sth/dpa/Reuters



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Silversurfer2000 27.12.2018
1. Das Spiel dauert 90 Minuten ...
... und die Börse schließt, wenn sie schließt. Die Aktien in den USA sind in letzter Minute noch ins Plus gedreht.
richey_edwards 27.12.2018
2. DOW +1% zum Schluss
die Amis sind einfach klasse. Denke es geht noch bis ca. 24.000 Pkt. im DOW.
jobie09 27.12.2018
3. SEHR viele Artikel zum Thema
... zur Zeit. Teils Apokalyptisch, teils schlicht beschreibend. Warum nur redet man soviel über "die Börsen" ? Nicht gut, aber sicher bedenkenswert: "politische" Kurse ? Wäre mal was Neues und sicher eine Herausforderung für all die Candlesticks Kaffesatzleser
nofreemen 28.12.2018
4. wer folgt wem
Börsen gehen immer rauf und runter das war schon immer so. Jeder Tag ist anders so auch die Erklärungen. Ein Spiel für große Kinder. Der kleine Mann malocht und die Börsianer machen alles wieder kaputt. Aber einen Nagel selber einschlagen kann von denrn keiner ohne einen blauen Finger zu bekommen. Wie wäre es die Realwirtschaft abzuschaffen und nur noch "Börse" zu spielen". Ein Gaudi. Geht das überhaupt? Wenn nicht müßte man es erfinden.
jjcamera 28.12.2018
5. Oszillieren
Was die Märkte am meisten hassen ist Unsicherheit. Und Trump ist wohl der einzige Staatsführer der Welt, dessen Entschlüsse und Pläne nur sehr vage bis gar nicht vorherzusagen sind. Er ändert manchmal seine Beschlüsse zwei Mal am Tag, je nachdem mit wem er sich gerade getroffen hat, und gibt diese Änderungen der Öffentlichkeit spontan ohne Rücksprache mit Experten oder anderen Regierungsmitgliedern per Twitter bekannt. Dass da die Börsenkurse oszillieren ist doch wohl natürlich.
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