Ab 2021 Niederlande stoppen Steuertricks für internationale Konzerne

Die Niederlande gelten für viele multinationale Unternehmen als Steuerparadies. Damit soll bald Schluss sein, das Finanzministerium will Sonderregeln streichen.

Großunternehmen wie Shell müssen ihre Gewinne in den Niederlanden ab 2021 voll versteuern
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Großunternehmen wie Shell müssen ihre Gewinne in den Niederlanden ab 2021 voll versteuern


Große Konzerne wie Shell, Philips oder Akzo Nobel müssen in den Niederlanden ab 2021 ihre Gewinne voll versteuern. Die bisherigen günstigen Regelungen für multinationale Unternehmen würden gestrichen, teilte das Finanzministerium am Dienstag in Den Haag bei der Vorlage des Haushaltsplanes mit. Die neue Regelung werde schätzungsweise 265 Millionen Euro pro Jahr einbringen, sagte das Ministerium.

Bisher können internationale Unternehmen Verluste im Ausland bei der Steuerbehörde in den Niederlanden geltend machen und ihre Steuer auf den Gewinn deutlich senken. Der Öl-Konzern Shell zum Beispiel hatte im Mai Medienberichte bestätigt, nach denen er von 2016 bis 2018 seine Gewinne nicht versteuern musste. Das war nach den geltenden Regeln legal.

Wegen solcher Regeln sind die Niederlande für viele Firmen attraktiv und einige haben ihren Sitz dorthin verlegt. Als Steuerparadies war das Land international in der Kritik. Die Mitte-Rechts-Koalition schließt sich nun einer Initiative der linken und grünen Oppositionsparteien an.

Das Finanzministerium will auch Steuervermeidung und das Durchschleusen von Geldern in Steueroasen bekämpfen. So sollen heutige Regeln zur Senkung der Körperschaftsteuer abgeschafft werden.

Im Video: Steuern sparen? - Tricksen wie die Großen!

flg/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
bernhardk.teinzer 17.09.2019
1. Sehr gut
Wir sollten uns die Holländer als Vorbild nehmen.
pietschko 17.09.2019
2.
das wäre doch was, insbesondere, wenn endlich die verschiebungen in steueroasen unterbunden würden!!!
Gluehweintrinker 17.09.2019
3. Steueroasen müssen ausgetrocknet werden
Und wann beendet Deutschland seine Funktion als europäische Geldwaschmaschine? Mit unseren laxen Regeln für Bargeschäfte sind wir längst der beliebteste Waschsalon für Schwarzgeld aus Drogengeschäften, Prostitution, Mafiakassen. Es braucht ein Verbot füe Zahlungen über 6.000 EUR, Italien hat so etwas. Warum wohl? Niemand muss Autoa oder Wohnungen mit Bargeld bezahlen, und dass es bei uns möglich ist, trägt zur Wohnungsknappheit bei.
lathea 17.09.2019
4. Da muss jetzt aber ganz schnell....
.....der No-Deal-Brexit her. Denn Bahamas und Cayman versinken langsam im Klimawandel, Andorra, Schweiz, Lichtenstein, Hongkong und Panama & Co sind auch nicht mehr sicher. Da eignet sich doch England vor den Toren Europas am besten als neuer künftiger Hort für Schmiergelder, Steuerhinterziehung und Vermögen der autokratischen Diktatoren-Eliten. Zur Not kann man die Gelder sogar mit einem kleinen Boot vom Kontinent rüberbringen. BoJo sollte das britische Parlament am besten gleich in einen 100-jährigen Schlaf schicken - der Geldadel wird sich GB dann noch schneller zurechtbiegen und braucht sich nicht mehr mit Wählerbeeinflussung im grossen Stil beschäftigen, sondern kann sich gleich darauf konzentrieren, die richtigen Taschen richtig und gut zu füllen. ;-)
markusma 17.09.2019
5. #1 Seit wann ist..
Deutschland ein Steuerparadis, ich glaube du hast die geplanten Änderungen in den NL nicht ganz verstanden. Die "Lücken" gibt's nicht in D, eher in Irland, Luxemburg und eben Holland.
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