Lieferengpässe wegen Niedrigwasser BASF prüft Einsatz von Tragflächenbooten

Das BASF-Hauptwerk kann nur von wenigen Rheinschiffen angesteuert werden - seit dem trockenen Sommer haben niedrige Wasserstände den Konzern Millionensummen gekostet. Nochmal soll das nicht passieren.

Niedrigwasser am Rhein bei Karlsruhe (Archiv)
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Niedrigwasser am Rhein bei Karlsruhe (Archiv)


Wegen des seit Wochen anhaltenden Niedrigwassers im Rhein prüft der Chemiekonzern BASF die Anschaffung von Flachbodenschiffen, die bis zu einem sehr niedrigen Pegel fahren können, entweder über einen direkten Kauf oder Leasinggeschäfte.

Auch der Einsatz von Tragflächenbooten oder die Möglichkeit einer Pipeline im Flussbett seien im Gespräch, teilte das Unternehmen am Dienstag in Ludwigshafen mit. "Am Ende wird es ein Mix aus verschiedenen Optionen sein. Schon im nächsten Jahr wird BASF besser auf derartige Extremwetterlagen vorbereitet sein", hieß es.

Die lange Trockenheit in diesem Jahr hat auf das Geschäftsergebnis durchgeschlagen: Allein im dritten Quartal verzeichne das Unternehmen ein um rund 50 Millionen Euro niedrigeres Betriebsergebnis - bedingt durch höhere Transportkosten und Produktionsverluste.

Das BASF-Hauptwerk liegt in Ludwigshafen am Rhein und verfügt über eigene Industriehafenanlagen. "Beim aktuellen Pegelstand kann Ludwigshafen von wenigen Schiffen angefahren werden. Diese transportieren einen Bruchteil der üblichen Zuladung - das stellt BASF vor enorme logistische Herausforderungen", teilte der Konzern mit. Bei maximaler Nutzung alternativer Verkehrsträger - Schiene, Pipeline, Lastwagen - könnten nur etwa 30 Prozent der Transportmengen abgedeckt werden, die durch den Ausfall der Schiffe entstehen.

"Deshalb ist die Versorgung des Standorts mit einigen wichtigen Rohstoffen seit Monaten limitiert. In der Folge mussten wir die Produktion anpassen. Bei verschiedenen Produkten können wir unsere Kunden nur noch eingeschränkt beliefern", teilte das Unternehmen mit. BASF transportiert in Ludwigshafen 40 Prozent der Güter per Schiff.

Im Video: Anhaltende Dürre am Rhein

beb/dpa



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