SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

10. Dezember 2016, 15:50 Uhr

Manipulierte Rechnungen

Hacker beklauen Niki Laudas Fluggesellschaft

"Sie haben sich in unser System eingehackt und uns über die Schulter geschaut", sagt Formel-1-Legende Niki Lauda. Seine Fluglinie LaudaMotion hat durch gefälschte Rechnungen offenbar zehntausende Euro verloren.

Die Fluggesellschaft LaudaMotion ist Opfer eines Hackerangriffes geworden. Dabei hätten Internetkriminelle mehrere zehntausend Euro erbeutet, sagte der Besitzer und frühere Formel-1-Star Niki Lauda der Wiener Zeitung "Kurier".

Die in China, Russland und der Türkei vermuteten Täter drangen dem Bericht zufolge in das IT-System von LaudaMotion ein und fälschten Rechnungen. "Sie haben sich in unser System eingehackt und uns über die Schulter geschaut", sagte der dreifache Formel 1-Weltmeister. "Im selben Moment, als die Rechnungen an die Kunden hinausgingen, wurde eine zweite Rechnung mit einer fremden Kontonummer nachgeschickt. Mit dem Vermerk, LaudaMotion hätte das Konto gewechselt."

In einem Fall landeten Lauda zufolge 35.000 Euro auf einem Konto in Istanbul und wurden rasch abgehoben. Weitere 38.000 Euro lägen auf einem Konto in Irland. LaudaMotion habe das Institut bei der irischen Bankenaufsicht auf Rückgabe verklagt. In einem dritten Fall habe eine Überweisung gerade noch gestoppt werden können.

Lauda ist selbst Pilot und seit Jahrzehnten als Luftfahrtunternehmer tätig. LaudaMotion bietet unter anderem Geschäftsflüge an und übernimmt für Firmen und Privatleute die Wartung von Flugzeugen. Lauda übernahm das zuvor unter Amira Air firmierende Unternehmen erst Anfang des Jahres.

Auch Mehrheit der Deutschen fürchtet Datendiebstahl

Einer aktuellen Umfrage der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zufolge fürchten fast drei Viertel der Deutschen, im Internet Opfer von Datendieben zu werden. Gut jeder fünfte Befragte erlebte demnach bereits, dass seine E-Mail-Adresse für den Versand von Spammails missbraucht wurde.

Jeder Zwanzigste musste erfahren, dass von Kriminellen unter seinem Namen in Onlineshops eingekauft wurde. Ähnlich viele Befragte klagten, dass in ihrem Namen ein gefälschter Account etwa bei Facebook oder Ebay angelegt wurde.

Knapp 30 Prozent der Opfer erlitten der Umfrage zufolge auch einen finanziellen Schaden. Der kann beträchtlich sein: Im Durchschnitt lag er bei 1366 Euro.

dab/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung