Ostsee-Pipeline Bau von Nord Stream 2 könnte sich verzögern - und teurer werden

Noch immer ist unklar, ob und wo die Gaspipeline Nord Stream 2 in Dänemark verlaufen wird. Die zuständige Projektgesellschaft rechnet nun offenbar mit einer weiteren Verzögerung und Mehrkosten.

Nord Stream 2 könnte teurer werden
Stefan Sauer / DPA

Nord Stream 2 könnte teurer werden


Der Weiterbau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland hängt immer noch an der ausstehenden Genehmigung durch die dänischen Behörden. Die zuständige Projektgesellschaft stellt sich auf eine deutliche Verzögerung und massive Mehrkosten ein. Das teilte die Firma laut der Nachrichtenagentur Reuters mit. "Aber wir können dies nicht genau beziffern, weil die endgültigen Auswirkungen davon abhängen, wann die Genehmigung durch die verantwortlichen Behörden erteilt wird", hieß es demnach.

Laut der ursprünglichen Planung sollte Nord Stream 2 Ende 2019 an den Start gehen. Im Mai hatte die Projektgesellschaft aber schon signalisiert, dass sich der Termin wohl ins kommende Jahr verschiebt. In einem Reuters vorliegenden Beschwerdebrief, der im April an die dänischen Behörden ging, nennt die Firma eine Verzögerung von bis zu acht Monaten und schätzt die daraus resultierenden Extrakosten auf 660 Millionen Euro. Das anfängliche Gesamtbudget lag bei 9,5 Milliarden Euro.

Etwa 70 Prozent der Gasleitung sind bereits fertiggestellt - der Rest wartet auf den Bau
Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Etwa 70 Prozent der Gasleitung sind bereits fertiggestellt - der Rest wartet auf den Bau

Bereits Ende Juni hatte das Unternehmen Nord Stream 2 den Antrag für eine Route durch dänische Hoheitsgewässer zurückgezogen, da die dänische Regierung innerhalb von zwei Jahren nicht über eine Genehmigung entschieden hatte. Übrig blieben zwei alternative Routen südlich der Insel Bornholm. Diese verlaufen aber nicht durch dänische Territorialgewässer, sondern nur durch die dänische Wirtschaftszone. Das bedeutet, dass Dänemark die Routen nur aus Umweltschutzgründen oder möglichen Einschränkungen für den Schiffsverkehr ablehnen könnte.

Da Dänemark nach zwei Jahren erst im vergangenen März die Pläne für die dritte alternative Route angefordert hatte, sprach Nord Stream 2 von einem "bewussten Versuch, die Fertigstellung des Projekts zu verzögern". Mit ihrer Schätzung der erhöhten Kosten will die Firma Dänemark offenbar unter Druck setzen.

Kritik an Nord Stream 2

Die Ostsee-Pipeline wird durch russische und europäische Firmen unter Führung des russischen Gaskonzerns Gazprom gebaut. Beteiligt ist auch die BASF-Tochter Wintershall Dea. Mehr als 70 Prozent der Gasleitung sind bereits fertiggestellt. Mit Finnland, Schweden, Deutschland und Russland haben fast alle Länder dem Projekt zugestimmt, durch deren Gewässer die Pipeline verlaufen soll. Einzig Dänemarks Einverständnis fehlt noch.

Nord Stream 2 wird von den USA sowie einigen osteuropäischen und baltischen Staaten kritisiert. Sie fürchten, die Gasleitung könne die Abhängigkeit Mitteleuropas von russischer Energie verstärken.

ptz/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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Europa! 08.08.2019
1. Gefährliche Verzögerungstaktik
Das Geschwätz von der "Abhängigkeit von russischen Energielieferungen" durch North Stream 2 ist höllischer Blödsinn. Die 100 Millionen Tonnen Steinkohle, die Europa jedes Jahr auf mühseligste Weise per Bahn und Schiff aus Sibirien bezieht, stören ja offenbar niemanden. Dabei sind diese Kohle und ihr Transport viel umweltschädlicher als das Erdgas. Die Dänen sollten also schon aus Klimaschutz-Gründen endlich ihre Verzögerungstaktik beenden. Dann könnte die EU auf die sibirische Kohle verzichten und die Stromerzeugung wäre ein bisschen weniger schädlich. Das Erdgas kann in flüssiger Form auch DIREKT als Treibstoff für normale Benzin-Autos verwendet werden, und der ganze sinnlose und umweltschädliche Umweg über batteriegetriebene "E-Autos" könnte entfallen.
Korken 09.08.2019
2. Mein Vorschlag einer Absatzkorrektur
Naja, ändern wir den letzten Absatz mal so ab: Nord Stream 2 wird von den USA sowie einigen osteuropäischen und baltischen Staaten kritisiert. Während die USA lieber gerne ihr eigenes Fracking Flüssiggas verkaufen wollen bangen die osteuropäischen Staaten um die Durchleitungsgebühren. Somit entfällt auch die Implizierung einer schon vorhandenden Dependenz Mitteleuropas von russischem Gas.
Oberleerer 09.08.2019
3.
Zitat von Europa!Das Geschwätz von der "Abhängigkeit von russischen Energielieferungen" durch North Stream 2 ist höllischer Blödsinn. Die 100 Millionen Tonnen Steinkohle, die Europa jedes Jahr auf mühseligste Weise per Bahn und Schiff aus Sibirien bezieht, stören ja offenbar niemanden. Dabei sind diese Kohle und ihr Transport viel umweltschädlicher als das Erdgas. Die Dänen sollten also schon aus Klimaschutz-Gründen endlich ihre Verzögerungstaktik beenden. Dann könnte die EU auf die sibirische Kohle verzichten und die Stromerzeugung wäre ein bisschen weniger schädlich. Das Erdgas kann in flüssiger Form auch DIREKT als Treibstoff für normale Benzin-Autos verwendet werden, und der ganze sinnlose und umweltschädliche Umweg über batteriegetriebene "E-Autos" könnte entfallen.
Dont feed the Trolls.
foxb3b3 09.08.2019
4. Schwachsinn der abhängigkeit
Das kommt ja immer wieder. Die abhängigkeit. An sich sind wir es jetzt schon genauso wie dann. Die Pipeline soll vor allem Versorgungssicherheit bringen. Dann können die ukraine wenigstens nicht mehr das Gas klauen und Polen bekonmt nicht mrd. Eur für das Durchleiten des Gases. Kein Wunder, dass die am lautesten heulen. Die USA sollen einfach ihre Klappe halten. Denen hätte ich schon längst gesagt wo se sich ihr verdammtes fracking gas hinschieben können. Ich fände es sogar gefährlicher sich an die USA zu binden, als an russland. Gerade mit trump der jedem gerne sonstwas androht, wenn man nicht macht was er will.
esboern 09.08.2019
5. Je teuerer
um so besser für die Deutsche Staatskasse, das teuere US Rohöl kaufen wir doch schon.
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