Umstrittene Gaspipeline Dänemark will Gutachten zu Nord Stream 2

Da die Nord Stream 2 durch dänisches Hoheitsgewässer führt, muss das Land dem Bau der umstrittenen Gaspipeline zustimmen. Durch ein verlangtes Umweltgutachten könnte sich das Projekt jetzt verzögern.

Arbeiten an der Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee (Archivbild) 2018
AP

Arbeiten an der Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee (Archivbild) 2018


Das umstrittene Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland könnte sich verzögern, weil Dänemark ein Umweltgutachten für eine geplante Routenführung in seinen Gewässern verlangt.

Anders als Finnland, Schweden, Deutschland und Russland hat Dänemark der Gasleitung vom russischen Vyborg nach Greifswald an der Ostsee bisher nicht zugestimmt. 2017 hatte Dänemark ein Gesetz verabschiedet, das es dem Land erlaubt, die Leitungsführung durch seine Hoheitsgewässer bei Sicherheitsbedenken zu untersagen.

Das Gutachten werde einige Monate in Anspruch nehmen, "aber es ist unmöglich, zu sagen, wie lange", sagte ein Sprecher der dänischen Energieagentur der Nachrichtenagentur Reuters. Dem Nachrichtenportal "Euractiv" zufolge habe die Energieagentur die Nord-Stream-Projektgesellschaft dazu aufgefordert, die Umweltauswirkungen für eine Route im Kontinentalschelfgebiet südlich von Bornholm zu untersuchen.

Ein Sprecher der Projektgesellschaft sagte, das Unternehmen werde das Verlangen der Energieagentur prüfen. Ob sich das Projekt dadurch verzögern würde, sagte er nicht.

Die mehr als 1200 Kilometer lange Gaspipeline wird von den USA und einigen osteuropäischen und baltischen Staaten heftig kritisiert. Sie fürchten, sie könne die Abhängigkeit Mitteleuropas von russischer Energie erhöhen. Das elf Milliarden Euro schwere Projekt wird von Russlands staatlichem Energiemulti Gazprom getragen, rund die Hälfte der Finanzierung stammt von Uniper, der BASF-Tochter Wintershall, Shell, der österreichischen OMV und der französischen Engie.

mal/Reuters

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