Güterzug über die Grenze Nordkorea nimmt den Frachtverkehr mit China wieder auf

Nordkorea hat nach langer Coronapause wieder einen Güterzug nach China geschickt. Wird der Handel mit der Diktatur so wiederbelebt? Der Zug könnte jedenfalls mit Gütern für die »Notfallversorgung« zurückfahren.
Züge im Bahnhof in Dandong (Aufnahme aus dem Juli)

Züge im Bahnhof in Dandong (Aufnahme aus dem Juli)

Foto: Daisuke Kawase / Yomiuri Shimbun / AP

Nordkorea testet offenbar erneut ballistische Raketen – und nun auch die internationalen Wirtschaftsbeziehungen wieder stärker aus. Nach langer Unterbrechung wegen der Coronapandemie hat das Land wieder einen Güterzug über den Fluss Yalu nach China geschickt.

Peking bestätigte die Wiederaufnahme des Frachtverkehrs mit Nordkorea. Der Zug aus der nordkoreanischen Stadt Sinuiju sei am Sonntagmorgen (Ortszeit) nach der Überfahrt auf der Sinokoreanischen Freundschaftsbrücke in der chinesischen Grenzstadt Dandong eingetroffen, hatten übereinstimmend südkoreanische und japanische Medien unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet.

Chinas Außenamtssprecher Zhao Lijian berichtete, der Güterverkehr sei nach Verhandlungen mit Pjöngjang wieder aufgenommen worden. Beide Seiten träfen Vorkehrungen gegen das Virus, um den normalen Handel zu erleichtern, betonte der Sprecher.

Grenze soll erstmals seit eineinhalb Jahren formell wieder offen sein

Es sei das erste Mal seit anderthalb Jahren, dass Nordkorea formal seine Landesgrenze zu China wieder geöffnet habe, berichtete Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap. Es war nicht bekannt, ob der Zug beladen oder leer war. Er soll mit Gütern für die »Notfallversorgung« zurückfahren, schrieb Yonhap.

Nach dem neuerlichen Raketentest Nordkoreas rief der chinesische Außenamtssprecher alle Beteiligten zum Dialog auf, um gemeinsam auf eine politische Lösung hinzuarbeiten. Sie sollten sich auf Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel konzentrieren.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten Sanktionen durch den Uno-Sicherheitsrat unterworfen, die auch mit der Zustimmung der Vetomacht China verhängt wurden. Die Folgen der Pandemie setzen dem Land zusätzlich stark zu. Aus Furcht vor einer Einschleppung des Virus machte es seine Grenzen frühzeitig dicht, was sich stark auf den Handel mit China auswirkte.

Allerdings berichtete Südkoreas Geheimdienst Ende Oktober, dass die Zahl der Schiffe, die aus China Güter für lebensnotwendige Güter nach Nordkorea bringen, schon seit Juli wieder zugenommen habe. Auch wird Nordkorea vorgeworfen, die Sanktionen unter anderem durch das Umladen von Öl und Kohle von Schiff zu Schiff zu umgehen.

apr/dpa