Nordsee-Fangquoten Mehr Seelachs, weniger Schellfisch

Wie viel darf ins Netz? Um diese Frage haben die EU-Fischereiminister gerungen. Strittig war vor allem der Atlantik. Für deutsche Nordsee-Fischer gehen die Fangmengen tendenziell nach oben.

Fischer Jürgen Ehmke auf der Insel Usedom
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Fischer Jürgen Ehmke auf der Insel Usedom


Die jährlichen Gespräche in Brüssel über die Fischfangquoten für Nordsee und Atlantik waren ein zähes Gefeilsche. Nun steht der Kompromiss: Deutsche Fischer dürfen im kommenden Jahr deutlich mehr Seelachs aus der Nordsee holen als noch 2016. Nach einer Entscheidung der EU-Fischereiminister am frühen Mittwochmorgen in Brüssel steigt die erlaubte Seelachs-Fangmenge 2017 um 53 Prozent. Beim Schellfisch gibt es dagegen deutliche Beschränkungen.

Jedes Jahr legen die zuständigen EU-Minister die sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen fest. Zuvor gibt die Brüsseler EU-Kommission Empfehlungen auf Grundlage wissenschaftlicher Gremien, die den Zustand der einzelnen Bestände untersucht haben. Die Quoten für die Nordsee waren nach einer jüngst vorangegangenen Einigung mit Norwegen über gemeinsam befischte Gebiete weitgehend unstrittig. Eher sorgen die Vorgaben für den Atlantik für Diskussionsstoff.

Beim Kabeljau und der Makrele dürfen die Fangmengen 2017 steigen. So können Fischer 17 Prozent mehr Kabeljau und 14 Prozent mehr Makrele fangen als im laufenden Jahr. Die Quote für den Hering sank dagegen leicht. Mit gut 51.000 Tonnen darf er allerdings immer noch am meisten befischt werden.

"Erfreulich, dass sich der Nordseekabeljau erholt hat"

Nordsee-Schellfisch darf im kommenden Jahr deutlich weniger in den Netzen landen. Die erlaubte Fangmenge sank um 45 Prozent. Bei der Scholle blieb sie im Vergleich zum laufenden Jahr unverändert.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) zeigte sich zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen. "Die Fischereiminister haben mit ihren Beschlüssen die Weichen für ein erfolgreiches Fischereijahr 2017 gestellt", sagte er. "Besonders erfreulich ist, dass der Nordseekabeljau - lange Zeit Symbolfisch für die Überfischung der Meere - sich deutlich erholt hat."

Mit den Gesamtfangmengen wird bestimmt, wie viel Fisch von einem bestimmten Bestand in einem jeweiligen Jahr aus dem Meer gezogen werden darf. Unter den EU-Staaten werden die Gesamtfangmengen dann in Form nationaler Quoten verteilt. Wenn das in einer Quote erlaubte Kontingent ausgeschöpft wurde, muss das jeweilige Land seinen Fischfang dort vorübergehend einstellen.

Die Fangmengen im Atlantik sind oft umkämpft, vor allem große Fischereinationen wie Spanien oder Frankreich verhandeln hart. Für Deutschland sind hingegen in erster Linie die Nordsee-Quoten wichtig. Über die Ostsee-Quoten hatte sich die EU bereits im Oktober verständigt.

kig/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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Raget 14.12.2016
1. Seelachs
Seelachs ist keine Artbezeichnung, sondern ein Handelsname der Lebensmittelindustrie. Er ist nicht einmal ein Salmonide. Seelachs ist Köhler und damit ebenso ein dorschartiger wie der Kabeljau.
squaregrouper 14.12.2016
2.
... witzig das Leute immer noch glauben das Seelachs was tolles wäre, weil die Werbung für Fischstäbchen es ihnen erzählt. Ich drücke dem Schellfisch die Daumen dass er sich erholt, denn der ist wirklich lecker :o)
schgucke 14.12.2016
3. @Raget
na, Sie hätten hier in Bayern Ihre lebhafte Freude in Fischgeschäften (zugegeben: die in Supermärkten). Da wird mir eine Fjordforelle als eigene Art erklärt und wenn man von Seefisch spricht, zeigt man auf die Süßwasserfische. Aber gut, auch in Hamburg habe ich schon einen Bückling gewünscht und eine Makrele erhalten und in einer Lokalzeitung an der Küste werden die Fangquoten-Nachrichten mit einem Bild eines Karpfenteichs beim Abfischen illustriert. Das mit dem Seelachs ist aber auch deshalb so schön eingängig, weil zu allem Überfluss Seelachsschnitzel auch noch knallrot sind.
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