NortH2 Unternehmen planen größte umweltfreundliche Wasserstofffabrik Europas

Windmühlen sollen die Energie liefern: In Eemshaven unweit der deutschen Grenze wollen die Niederlande Europas größte grüne Wasserstofffabrik errichten. Profitieren soll auch das Ruhrgebiet.
Offshore-Windpark (Symbolbild): Windkraftanlagen mit einer Kapazität von bis zu zehn Gigawatt sollen für das Projekt entstehen

Offshore-Windpark (Symbolbild): Windkraftanlagen mit einer Kapazität von bis zu zehn Gigawatt sollen für das Projekt entstehen

Foto: Joern Pollex/ Getty Images

Im Nordosten der Niederlande soll unter dem Namen NortH2 Europas größte grüne Wasserstofffabrik entstehen. Ein Konsortium der niederländischen Unternehmen Shell, Gasunie und Groningen Seaports präsentierte in Groningen die Pläne.

Die Anlage soll in Eemshaven nahe der deutschen Grenze errichtet werden. Die notwendige Energie werde in einem Windpark auf See produziert, teilten die Unternehmen mit. Der grüne Wasserstoff könne bis ins deutsche Ruhrgebiet exportiert werden. Unklar ist, wie teuer das Projekt wird und wie es finanziert werden soll. Die Unternehmen rechnen in den ersten Jahren mit Subventionen.

Kapazität soll 800.000 Tonnen pro Jahr betragen

Die Anlage NortH2 soll den Plänen zufolge bis 2040 jährlich rund 800.000 Tonnen umweltfreundlichen Wasserstoff produzieren. Dieser könnte über bestehende Gasleitungen von Eemshaven bis nach Deutschland transportiert werden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will Wasserstoff als Energieträger der Energiewende auch in Deutschland fördern. Der CDU-Politiker hat dazu einen Plan vorgelegt. Eine Nutzung dieser Energiequelle im alltäglichen Verkehr ist jedoch umstritten. Wasserstoff wird bisher vor allem in der Industrie eingesetzt - und hauptsächlich mit Erdgas produziert. Dieses trägt durch seinen CO2-Ausstoß jedoch zum Klimawandel bei.

In den Niederlanden will das NortH2-Konsortium zunächst auf See einen Windpark errichten, der vorerst jährlich drei bis vier Gigawatt Strom für die Produktion des Wasserstoffs liefern soll. Die Kapazität soll den Planungen zufolge bis 2040 rund zehn Gigawatt betragen. Das entspricht dem Stromverbrauch von mehr als zwölf Millionen Haushalten.

Mit der Produktion von grünem Wasserstoff sollen Klimaziele der Niederlande erreicht werden. "Wir machen einen großen Schritt zur Energiewende" sagte die Vorstandsvorsitzende von Shell Niederlande, Marjan van Loon. "NortH2" solle das Land zum führenden Produzenten von Wasserstoff machen. "Wir sehen das als Möglichkeit, um das Energiesystem der Zukunft zu bauen."

apr/dpa