Quarantänepläne für Deutsche Reederei Color Line unterbricht Fahrten von Kiel nach Oslo

Color Line leidet seit Monaten unter der Coronakrise. Nun unterbricht die Reederei erneut den Fährbetrieb zwischen Kiel und Oslo, weil Norwegen eine Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland erwägt.
"Color Magic" auf der Kieler Förde (Archiv)

"Color Magic" auf der Kieler Förde (Archiv)

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Carsten Rehder/ picture alliance / dpa

Skandinavien-Reisende aus Deutschland müssen in Norwegen wegen der Corona-Ausbreitung hierzulande schon bald mit strengen Quarantäneauflagen rechnen. Die norwegische Reederei Color Line unterbricht deshalb von Freitag an erneut den regelmäßigen Fährbetrieb zwischen Kiel und Oslo.

Ausschlaggebend sei die Empfehlung des norwegischen Gesundheitsamtes (FHI), eine Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland einzuführen, teilte die Reederei mit . Es werde erwartet, dass die norwegische Regierung dieser Empfehlung kurzfristig folgt. "Wir bitten um Verständnis. Infektionssicherheit hat für uns höchste Priorität", sagte Color-Line-Chef Trond Kleivdal. Wie lange die Unterbrechung dauert, steht noch nicht fest. Die Reederei sei in einem engen Austausch mit den norwegischen und deutschen Behörden.

Fähre aus Dänemark soll noch fahren

Erst Mitte Juli hatte die Reederei nach rund viermonatiger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie wieder deutsche Passagiere für ihre Fahrten zwischen Oslo und Kiel an Bord genommen. Seit Mitte Juni fuhren die Schiffe "Color Fantasy" und die "Color Magic" wieder auf der Strecke Oslo-Kiel, nahmen zunächst aber nur norwegische Passagiere mit.

Die Schiffe werden den Angaben der Reederei zufolge auch künftig regelmäßig in Kiel zu sehen sein. Sie verkehren ab Oslo ausschließlich als Ostsee-Kreuzfahrt ohne Landgang. Auch der Frachtverkehr zwischen Deutschland und Norwegen sowie zwischen Dänemark und Norwegen werde von Color Line planmäßig aufrechterhalten.

Der Fährverkehr von und nach Norwegen indes wird mit einer Schnellfähre zwischen dem dänischen Hirtshals und den norwegischen Häfen Kristiansand und Larvik bedient. "So stellen wir sicher, dass alle Reisenden trotz der Unterbrechung der Kiel-Oslo-Route ein verlässliches Angebot einer Reisemöglichkeit zwischen Norwegen und anderen Ländern haben", sagte Kleivdal.

apr/dpa-AFX