Offshore-Windkraft RWE testet schwimmende Windkraftanlage vor Norwegen

Hochsee-Windparks sollen künftig für die Energieversorgung wichtig sein. Der Energiekonzern RWE testet mit drei weiteren Unternehmen nun eine neue Technik, bei der Windräder mit Ketten am Meeresgrund verankert werden.
TetraSpar-Anlage vor der Küste: Mit Ankerketten am Meeresboden fixiert

TetraSpar-Anlage vor der Küste: Mit Ankerketten am Meeresboden fixiert

Foto: TetraSpar Demonstrator ApS

»Alles, was mit Strom laufen kann, werden wir mit Strom betreiben«, kündigte Norwegens frisch gewählter Ministerpräsident Jonas Gahr Støre vor Kurzem in einem SPIEGEL-Interview an . Er will dabei insbesondere auf mehr Wasserkraft und mehr Windkraft setzen – und könnte schon bald von einer Entwicklung des deutschen Energiekonzerns RWE profitieren.

RWE testet zusammen mit drei anderen Unternehmen vor der Küste des skandinavischen Landes eine schwimmende Windkraftanlage. Die Turbine stehe auf dem weltweit ersten vollständig industriell gefertigten, schwimmenden Fundament, teilte die Unternehmenssparte RWE Renewables mit . Der »TetraSpar« genannte Prototyp sei erfolgreich an das norwegische Stromnetz angeschlossen worden.

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Beteiligt sind neben RWE die Energieunternehmen Shell (Niederlande) und Tepco (Japan) sowie insbesondere auch das dänische Technologieunternehmen Stiesdal, das die Turbinenplattform entwickelt hat. Die Energieunternehmen erhoffen sich von dem TetraSpar-Konzept schnellere Herstellung, Montage und Errichtung sowie geringere Materialkosten.

Standort mit 200 Metern Wassertiefe

Das schwimmende Fundament verfügt laut RWE über ein Kielelement, das mit drei Ankerketten am Meeresboden befestigt wird. Der Prototyp mit einer 3,6 Megawatt-Windturbine befindet sich rund 16 Kilometer vor der norwegischen Küste. Die Wassertiefe beträgt dort etwa 200 Meter. Der Strom wird per Kabel ans Festland geleitet. Die Konstruktion könnte dazu beitragen, Offshore-Windanlagen an zahlreichen bisher nur schwer zugänglichen Stellen einfacher zu installieren und anzuschließen.

RWE sieht sich als Vorreiter bei schwimmenden Windkraftanlagen. Bis 2030 plant das Unternehmen, Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1000 Megawatt in Betrieb oder im Bau zu haben. Derzeit ist RWE auch an zwei weiteren Pilotprojekten in Spanien und den USA beteiligt, die nach Angaben einer Sprecherin aber noch nicht in Betrieb sind.

apr/dpa
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