SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

28. August 2013, 07:53 Uhr

NSA-Affäre

Verfassungsschutzchef bestreitet US-Wirtschaftsspionage

Bespitzelt die NSA auch deutsche Unternehmen? Dieser Verdacht steht im Raum. Doch Verfassungsschutz-Chef Maaßen widerspricht. Es gebe "keinerlei Erkenntnisse", wonach Amerikaner oder Briten in Deutschland Wirtschaftsspionage betreiben.

Düsseldorf - Die Abhöraffäre um den US-Geheimdienst NSA hat auch deutsche Unternehmen aufgeschreckt. Schließlich entsteht ihnen durch Spionage laut Schätzungen des Verfassungsschutzes ein jährlicher Schaden von 30 bis 60 Milliarden Euro. Angesichts immer neuer Details über umfassende Bespitzelungsmethoden liegt es nahe, auch die NSA hinter solchen Angriffen zu vermuten. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte vor wenigen Tagen, er würde gerne wissen, ob die USA "wirtschaftsrelevante Daten von deutschen Unternehmen abschöpfen".

Die USA haben diese Frage bislang nicht beantwortet, dafür aber Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. In einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" schrieb er: "Uns liegen keinerlei Erkenntnisse vor, die die These einer Wirtschaftsspionage aus dem Westen stützen könnten."

Bisher sei in ganz Europa kein einziger Fall amerikanischer oder britischer Wirtschaftsspionage nachgewiesen worden, so Maaßen. Es gebe keinen Grund, "die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern in den USA und Großbritannien grundsätzlich in Frage zu stellen". Am Mittwoch wird Maaßen gemeinsam mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Industrievertretern in Berlin über die Bedrohung durch Wirtschaftsspionage beraten.

dab/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung