Angst vor Industriespionage NSA-Affäre rüttelt deutsche Firmen auf

Unsere Daten sind nicht sicher. Diese Erkenntnis setzt sich durch die NSA-Affäre in deutschen Unternehmen durch. Laut einer Studie haben viele die Sicherheit ihrer Daten überprüft und denken nun über die Verschlüsselung von E-Mails und Telefonaten nach.

Kabel in einem Serverschrank: Wachsende Skepsis gegenüber der Cloud
DPA

Kabel in einem Serverschrank: Wachsende Skepsis gegenüber der Cloud


Frankfurt am Main - Die NSA-Affäre hat einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zufolge bei zahlreichen deutschen Unternehmen zu einem Umdenken geführt. Demnach schätzt jeder vierte Betrieb das Risiko der Industriespionage heute höher ein als vor den Enthüllungen von Edward Snowden. Jedes dritte Unternehmen nahm den Skandal zum Anlass, die Sicherheit der Unternehmensdaten zu überprüfen.

Besonders schlecht weg kam dabei das so genannte Cloud Computing, bei dem Unternehmen ihre Daten nicht mehr intern, sondern auf den Servern externer Anbieter speichern. Inzwischen schätzen 22 Prozent der Befragten das Risiko beim Cloud-Computing als "sehr hoch" ein - vor der NSA-Affäre waren es lediglich sechs Prozent.

Als Reaktion auf die Enthüllungen erwägen 38 Prozent der Firmen, künftig ihren E-Mail-Verkehr zu verschlüsseln, jedes vierte Unternehmen will auch die Kommunikation über Handy schützen. Immerhin 15 Prozent erwägen, auf europäische IT-Dienstleister umzusteigen, um die Gefahr einer Spionage durch ausländische Geheimdienste zu verringern.

Für die Umfrage wurden ursprünglich zwischen Mitte Mai und Ende Juli 603 Unternehmen befragt. Nach Bekanntwerden der NSA-Affäre gab es eine weitere Befragung unter 250 Unternehmen.

dab

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joG 07.11.2013
1. Die Wahrscheinlichkeit, dass die NSA....
....Wirtschaftsspionage betreibt (im Gegensatz zur Meldung von Bestechungen und anderer Korruption) ist gering, weil die Amis sich ziemlich gut an ihre Gesetze halten. Das mag man hier nicht gewohnt sein. Aber es ist nunmal eher ein Zeichen der eigenen Verhaltensweisen, wenn man hier aufgerüttelt ist als das dieser Konkurrenten.
brautm 07.11.2013
2. Software von Apple und Microsoft - oder Linux?
Bringt das die Firmen auch dazu, bei der Software auf Open Source umzusteigen? Denn wer garantiert, dass nicht durch Hintertüren von Windows mitgelesen wird?
gog-magog 07.11.2013
3.
Zitat von joG....Wirtschaftsspionage betreibt (im Gegensatz zur Meldung von Bestechungen und anderer Korruption) ist gering, weil die Amis sich ziemlich gut an ihre Gesetze halten. Das mag man hier nicht gewohnt sein. Aber es ist nunmal eher ein Zeichen der eigenen Verhaltensweisen, wenn man hier aufgerüttelt ist als das dieser Konkurrenten.
Das ist eine reichlich absurde Meinung, da die NSA bereits zugegeben hat, Wirtschaftsspionage im Ausland zu betreiben und dies für rechtmäßig hält, solange keine Amerikaner geschädigt werden.
Ausfriedenau 07.11.2013
4. Was wird noch abgehört ?
Die Spionage durch die USA und GB durchdringt offensichtlich alle Bereiche der Politik und der Wirtschaft. Insofern ist davon auszugehen, dass auch der fiskalische Sektor mit seinem nationalen und internationalen Bankensystem abgehört wird. Dies bedeutet, dass auch die Zentralbanken im Spionagebereich liegen. Die geheimen Absprachen zwischen den Institutionen zur Rettung des Euro und zur Stabilisierung der europäischen Finanzhaushalte werden offensichtlich auch von denen mitgehört, die gar kein Interesse an einem starken und stabilen Euro haben!!!! Was will sich Europa noch alles gefallen lassen, ohne nachhaltig zu reagieren?
ds26 07.11.2013
5. Nachholbedarf
Es ist schon erschreckend, dass selbst deutsche Konzerne, die ich (IT-Berater) kennen lernen durfte, noch keinen Standard bei der E-Mailverschlüsselung einsetzen. Der Fokus richtete sich meiner Meinung nach bisher viel zu sehr auf greifbarere Bedrohungen wie Smartphone-Kameras im Werksgelände etc. Die deutschen Unternehmen sollten hier massiv nachrüsten um ihre Innovationen zu schützen.
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