Angst vor Industriespionage NSA-Affäre rüttelt deutsche Firmen auf

Unsere Daten sind nicht sicher. Diese Erkenntnis setzt sich durch die NSA-Affäre in deutschen Unternehmen durch. Laut einer Studie haben viele die Sicherheit ihrer Daten überprüft und denken nun über die Verschlüsselung von E-Mails und Telefonaten nach.
Kabel in einem Serverschrank: Wachsende Skepsis gegenüber der Cloud

Kabel in einem Serverschrank: Wachsende Skepsis gegenüber der Cloud

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Die NSA-Affäre hat einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zufolge bei zahlreichen deutschen Unternehmen zu einem Umdenken geführt. Demnach schätzt jeder vierte Betrieb das Risiko der Industriespionage heute höher ein als vor den Enthüllungen von Edward Snowden. Jedes dritte Unternehmen nahm den Skandal zum Anlass, die Sicherheit der Unternehmensdaten zu überprüfen.

Besonders schlecht weg kam dabei das so genannte Cloud Computing, bei dem Unternehmen ihre Daten nicht mehr intern, sondern auf den Servern externer Anbieter speichern. Inzwischen schätzen 22 Prozent der Befragten das Risiko beim Cloud-Computing als "sehr hoch" ein - vor der NSA-Affäre waren es lediglich sechs Prozent.

Als Reaktion auf die Enthüllungen erwägen 38 Prozent der Firmen, künftig ihren E-Mail-Verkehr zu verschlüsseln, jedes vierte Unternehmen will auch die Kommunikation über Handy schützen. Immerhin 15 Prozent erwägen, auf europäische IT-Dienstleister umzusteigen, um die Gefahr einer Spionage durch ausländische Geheimdienste zu verringern.

Für die Umfrage wurden ursprünglich zwischen Mitte Mai und Ende Juli 603 Unternehmen befragt. Nach Bekanntwerden der NSA-Affäre gab es eine weitere Befragung unter 250 Unternehmen.

dab