"Nuss-Affäre" Korean Air droht Flugverbot

Weil er ihr die Snack-Nüsse nicht im Schälchen servierte, hatte die Tochter des Korean-Air-Chefs einen Steward von Bord werfen lassen. Die Empörung in Südkorea ebbt nicht ab, nun will sogar die Regierung gegen die Fluggesellschaft vorgehen.

Cho vor den Medien: Die Ex-Managerin entschuldigt sich für ihren Wutausbruch
DPA

Cho vor den Medien: Die Ex-Managerin entschuldigt sich für ihren Wutausbruch


Seoul - Südkoreas Verkehrsminister hat Strafmaßnahmen gegen die Airline Korean Air angekündigt. Das Ministerium prüfe, ob die Fluggesellschaft gegen das Flugsicherheitsgesetz verstoßen habe. Grund dafür ist die sogenannte "Nuss-Affäre", bei der die Tochter des Airline-Chefs einen Steward wegen eines Päckchens Nüsse aus dem Flugzeug schmeißen ließ.

Ein Korean Air-Mitarbeiter hatte Cho Hyun Ah am 5. Dezember vor dem Abflug ihrer Maschine ungefragt Macadamia-Nüsse in einer Tüte serviert - und nicht wie für die erste Klasse vorgeschrieben in einer Glasschale. Daraufhin flippte die Managerin aus und verlangte, dass die Maschine zum Terminal zurückrollen und der Chef des Kabinenpersonals das Flugzeug verlassen musste. Der Mitarbeiter musste sogar vor ihr niederknien, wie er später berichtete.

Nun droht der Airline ein Flugverbot von bis zu 21 Tagen oder eine Geldstrafe von umgerechnet mehr als einer Million Euro. Cho sei bereits von jeglichen Führungsposten in dem Unternehmen zurückgetreten, berichtet der englische Nachrichtensender BBC.

Vergangene Woche hatten sich die 40-Jährige und ihr Vater öffentlich für den Vorfall entschuldigt. Doch ein angeblicher Versuch des Korean-Air-Managements, die Ermittlungen der Regierung zu durchkreuzen, sorgte für eine neue Empörungswelle in Südkorea. Demnach sagte der gescholtene Steward aus, dass Offizielle der Airline mehrfach versucht hätten, ihn zu überreden, die Behörden anzulügen. Zudem berichteten lokale Medien über den schlechten Umgang der Cho-Familie mit ihren Mitarbeitern.

Die Chos besitzen zehn Prozent der Anteile von Korean Air, die Teil des Familienunternehmens Hanjin ist.

kry/AP

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