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18. Januar 2019, 13:20 Uhr

Urteil

Online-Apotheke darf weiter über Amazon verkaufen

Eine Münchner Apotheke klagte, weil ein Konkurrent aus dem Oberharz rezeptfreie Medikamente über Amazon vertrieb. Doch das ist rechtens, hat nun ein Gericht entschieden.

Rezeptfreie, apothekenpflichtige Medikamente dürfen weiter von einer Apotheke aus dem Oberharz am Brocken über Amazon verkauft werden. Dies verstoße nicht gegen das Wettbewerbsrecht, entschied das Landgericht Magdeburg einem Gerichtssprecher zufolge.

Ein Apotheker aus München habe als Mitbewerber geklagt und sei nun unterlegen, so der Sprecher. Der beklagte Apotheker tritt demnach auf dem Online-Handelsplatz Amazon mit dem Namen seiner Apotheke auf, die auch Verkauf und Versand der Medikamente übernimmt.

Aus Sicht der zuständigen Handelskammer des Landgerichts ist dieser Handelsweg zulässig. Sie bezog sich dem Sprecher zufolge auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2012, wonach der Internetversandhandel mit rezeptfreien Medikamenten erlaubt ist. Der Beklagte betreibe eine Apotheke und besitze die behördliche Erlaubnis zum Versand von Medikamenten.

Auch Kundenbewertungen stellen aus Sicht der Handelskammer keinen Gesetzesverstoß dar. Jeder Nutzer der Seite könne sofort erkennen, dass es sich nicht um Werbung oder Bewertungen der Apotheke selbst handele, sondern um Meinungen der Verbraucher. Gegen Vorschriften der Medikamentenwerbung werde somit auch nicht verstoßen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Kläger kann Berufung beim Oberlandesgericht Naumburg einlegen.

Aktenzeichen: 36 O 48/18 vom 18.1.2019

kko/dpa-afxp

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