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08. Juni 2016, 08:02 Uhr

Arrestbefehl gegen Reiseunternehmer

Öger wittert Verschwörung - "Man will mich vernichten"

Gegen Vural Öger liegt ein Arrestbefehl vor, diese Information von SPIEGEL ONLINE hat der Unternehmer jetzt bestätigt. Indirekt macht er die türkische Regierung für das Verfahren verantwortlich - wegen seiner kritischen Haltung zur Staatsführung.

Vural Öger hat ein Gerichtsverfahren wegen offener Zahlungen indirekt auf seine kritische Haltung zur türkischen Regierung zurückgeführt. "Man will mich vernichten", sagte der Reiseunternehmer der "Welt". Er verwies darauf, dass sein früherer Geschäftspartner Sun Express zur Fluggesellschaft Turkish Airlines gehört, die wiederum anteilig im Besitz des türkischen Staats ist. "Ich habe immer wieder Drohungen aus der Türkei bekommen, weil ich mich gegen die Staatsführung ausgesprochen habe."

Öger bestätige Informationen von SPIEGEL ONLINE, wonach Sun Express vor dem Landgericht Frankfurt am Main einen Arrestbefehl gegen ihn erwirkt hat. Mit dieser Einschränkung des persönlichen Vermögens soll sichergestellt werden, dass Gläubiger Zugriff auf Werte haben, die ihnen zustehen. "Das Verfahren ist ein Urkundenprozess. Ich persönlich kann mich völlig frei bewegen und aufhalten, wo ich es will", sagte Öger.

Verkauf des Privatvermögens in kürzester Zeit

Um die Jahreswende hatten Ögers Reiseunternehmen V.Ö. Travel und sein Flugveranstalters Öger Türk Tur im Abstand weniger Tage Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte der Unternehmer Verbindlichkeiten in Höhe von rund 17 Millionen Euro gegenüber SunExpress angehäuft, einem Joint Venture von Turkish Airlines und Lufthansa . Öger Türk Tur verkaufte Tickets von SunExpress an Reisebüros und kassierte dafür stattliche Provisionen.

Zur Begleichung der Schulden vereinbarte Öger eine Ratenzahlung. Zur Beruhigung seiner Geschäftspartner unterzeichnete er zudem eine sogenannte selbstschuldnerische Bürgschaft, durch die er notfalls mit seinem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten haftet. Offenbar verkaufte Öger jedoch einen Großteil seines Privatvermögens in kürzester Zeit an Freunde, um es vor dem Zugriff der Gläubiger zu schützen. Öger bestreitet diese Verkäufe laut "Welt" grundsätzlich nicht.

Auch der Anwalt des Unternehmers hatte gegenüber SPIEGEL ONLINE einen politischen Hintergrund des Verfahrens nahgelegt. Öger stehe als liberaler, prowestlich orientierter säkularer Unternehmer für Werte, die "unter der derzeitigen türkischen Regierung einen anderen Stellenwert haben". Es "sei der türkische Teil des Joint-Venture-Unternehmens SunExpress gewesen, der eine einvernehmliche Regelung der offenen Fragen zwischen Herrn Öger und SunExpress verhindert hat".

dab

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