Ökoboom Chinesen wollen sich in deutsche Solarfirmen einkaufen

Die Bundesrepublik ist mit Abstand der größte Solarmarkt - doch schon jetzt kommen die Module selbst immer öfter aus China. Dem LDK-Konzern aus Xinyu City reicht das nicht mehr: Er will jetzt direkt in deutsche Firmen einsteigen.

Solarmodule: Expansion nach Deutschland
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Solarmodule: Expansion nach Deutschland


Düsseldorf - In der deutschen Photovoltaik-Industrie werden die Karten neu gemischt. Während die hiesigen Anlagenbauer und Elektronikunternehmen auch weiterhin weltweit eine starke Position einnehmen, werden viele Zellen- und Modulhersteller mangels Finanzkraft nur mit Partnern in den Wachstumsmärkten der Zukunft überleben können. Das stellte die Unternehmensberatung Oliver Wyman kürzlich in einer Studie fest.

Interessenten stehen schon Spalier. Der chinesische Photovoltaikkonzern LDK Solar etwa plant einen Einstieg in den deutschen Markt. "Wir sind sehr interessiert", sagte Finanzvorstand Jack Lai dem "Handelsblatt". "Dabei ist vor allem die Technologie wichtig." Diese müsse eine Ergänzung zum bestehenden LDK-Portfolio sein.

Insidern zufolge haben die Chinesen bereits eine Vorauswahl getroffen, berichtet die Zeitung. Im Fokus stehe die Sunways AG mit Sitz in Konstanz. Mit dem Unternehmen arbeite LDK Solar bereits zusammen. Sunways äußerte sich nicht zu dem Bericht.

Lai zufolge halten auch andere Solarfirmen nach Übernahmezielen Ausschau. "Deutschland hat viel zu bieten, und die Preise sind niedrig", sagte er. Deutsche Solarfirmen gelten zudem als technologisch stark - ähnlich wie auch Autos "Made in Germany" einen Markenbonus genössen. Diese Stärken gelte es mit denen der Chinesen zu bündeln. "Deutsches Image und deutsche Technik kombiniert mit chinesischen Lohnkosten. Daraus können Sie einen globalen Markführer schaffen", sagte Lai.

LDK Solar setzt derzeit aggressiv auf Wachstum. Nach einem Umsatz von zuletzt 2,5 Milliarden Dollar peilt das an der US-Börse notierte Unternehmen für dieses Jahr einen Erlös von 3,6 Milliarden Dollar an. Damit würde der Konzern mit Weltmarktführer Suntech gleichziehen, der ebenfalls aus China stammt.

ssu/dpa-AFX

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exminer 14.06.2011
1. Logische Entwicklung
Erstens haben die Jungs genug Spielgeld das sie vor der Entwertung anlegen müssen. Zweitens ist es nur zu verständlich die größte verfügbare Energieqelle in unserem Sonnensystem direkt anzuzapfen. Diese Überlegung ist der beste Weg um der Diktatur der den Energiesektor beherrschenden Oligopole zu entkommen. Und nicht zuletzt wird die technologische Entwicklung in eine vertretbare Richtung gelenkt.
andresa 14.06.2011
2. Ausverkauf
Was wir hier sehen, diese ganzen Meldungen von Großinvestitionen ist die finale Umschichtung von Papiergeld in Sachwerte. Die Börsen sind mittlerweile mitten in der Panikblüte. Der Zusammenbruch eine Frage der Zeit. Frak Schäffler von FDP warnt eindringlich. Bitte ernst nehmen! http://le-bohemien.net/2011/06/14/schaefller/
pom_muc 14.06.2011
3. .
Eine Entwicklungsabteilung bestehend aus deutschen Ingenieuren die im kostenlosem Studium mit den Ergebnissen der "kostenlosen" Grundlagenforschung versorgt werden und als Rumpf noch ein paar Mann für die lokale Personal- und Marketingabteilung. Firmensitz und Produktion in China. Das ist die neue EE-Zukunftsbranche von der Trittin die ganze Zeit spricht. Oder waren es die hunderttausend Dachdecker die man für das 10-Millionen-Dächer-Programm in D benötigt?
pom_muc 14.06.2011
4. .
Zitat von exminerErstens haben die Jungs genug Spielgeld das sie vor der Entwertung anlegen müssen. Zweitens ist es nur zu verständlich die größte verfügbare Energieqelle in unserem Sonnensystem direkt anzuzapfen. Diese Überlegung ist der beste Weg um der Diktatur der den Energiesektor beherrschenden Oligopole zu entkommen. Und nicht zuletzt wird die technologische Entwicklung in eine vertretbare Richtung gelenkt.
Und ich dachte wir haben ca. 700 EVUs in D (z.B. Greenpeace Energy und hunderte kommunale Stadtwerke) bei denen man Solarstrom fast umsonst kaufen kann. Wobei Sie mit der Sonne natürlich recht haben. Nur sollte man wissen was aus 20% Ausbeute und 5%-10% wenn man diese zum Speichern zweimal umwandeln muss übrig bleibt.
Satiro, 14.06.2011
5. Merci
Zitat von sysopDie Bundesrepublik ist mit Abstand der größte Solar-Markt - doch schon jetzt kommen die Module selbst immer öfter aus China. LDK-Konzern aus Xinyu City reicht das nicht mehr: Er will jetzt direkt in deutsche Firmen einsteigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,768372,00.html
Dem Kurs von LDK SOLAR CO. LTD ( US50183L1070 ) derzeit nur noch rund 10 % vom einstigen Höchstkurs, wird diese Nachricht hoffendlich ebenso Auftrieb geben wie den Kursen deutscher Solar – Aktien, welche trotz aller EE- Hype noch immer tief unter den einstigen Top- Kursen aus dem Jahr 2007 dümpeln. Cui Bono ? Diese klassische Frage zu stellen, könnte sich auch hier mal wieder lohnen!
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