Internationale Agentur Ökostrom könnte mehr als 80 Prozent des Weltbedarfs decken

Nur noch Wind, Sonne und andere regenerative Energiequellen: Im Jahr 2050 könnte das reichen, um den weltweiten Strombedarf fast völlig zu decken, rechnet die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien vor.
Windkraftanlagen in NRW (Archiv)

Windkraftanlagen in NRW (Archiv)

Foto: Arnulf Stoffel/ dpa

Das Potenzial regenerativer Energiequellen ist noch lange nicht erschöpft, rechnet eine Untersuchung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) vor. Im Gegenteil: Bis zum Jahr 2050 könnten Wind, Sonne und andere alternative Quellen bis zu 86 Prozent des weltweiten Bedarfs decken - selbst wenn im gleichen Zeitraum die Stromnachfrage deutlich steigt, etwa durch eine höhere Verbreitung von Elektroautos.

Elektrizität wäre in einem solchen Szenario dann der zentrale globale Energieträger mit einem Anteil von 50 Prozent. Derzeit sind es 20 Prozent. Der Zuwachs ergibt sich aus der Kalkulation, dass 2050 weltweit rund eine Milliarde E-Autos unterwegs sein könnten und Strom zudem auch verstärkt zum Heizen, aber auch zur Gewinnung von Wasserstoff eingesetzt würde. Wasserstoff wiederum könnte Kerosin oder Öl im Flug- und Schiffsverkehr ersetzen.

Dieser Umbau des Energiesektors weltweit sei nötig, um die internationalen Klimaziele des Vertrags von Paris zu erreichen. Darin ist verankert, dass die weltweite Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit gehalten werden soll.

Kostspielig, aber auch lohnend

Laut der Irena-Studie wäre dies aber auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Zwar seien für diesen beschleunigten Umbau zusätzliche Investitionen von rund 15 Billionen Dollar nötig. Dies sei aber schon weniger als in früheren Studien geschätzt, da Wind- und Solarstrom immer günstiger würden. Jeder Dollar würde sich zudem bei einer schnelleren Energiewende durch vermiedene Schäden des Klimawandels und reduzierten Gesundheitskosten bis zum Siebenfachen bezahlt machen.

Die derzeitigen Pläne reichten nicht aus, um den energiebedingten Treibhausgasausstoß um 70 Prozent für die Weltklimaziele zu reduzieren. In den vergangenen fünf Jahren seien sie sogar jeweils um durchschnittlich ein Prozent gestiegen. Mit dem beschleunigten Einsatz von Wind- oder Solarstrom könnten sie aber um rund 75 Prozent bis 2050 gesenkt werden.

Die Irena-Studie soll am Dienstag beim "Berlin Energy Transition Dialogue" vorgestellt werden. Die internationale Konferenz im Außenministerium befasst sich mit der Energiewende weltweit.

beb/Reuters
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