Minus 15 Prozent bei Erzeugung Ökostrom-Rekord senkt CO2-Ausstoß deutlich

Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Deutschland ist 2019 so hoch wie nie - das macht sich beim CO2-Ausstoß in der Erzeugung bemerkbar. Zum drastischen Rückgang tragen aber noch weitere Faktoren bei.
Windkraftpark in Brandenburg

Windkraftpark in Brandenburg

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Fast jede zweite Kilowattstunde Strom ist in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 aus erneuerbaren Energien gewonnen worden. Die Folge: Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bei der Stromerzeugung ging im ersten Halbjahr deutlich zurück. Von Januar bis Ende Juni wurde rund 15 Prozent weniger CO2 emittiert als im Vorjahreszeitraum, teilte der Energieverband BDEW mit. Demnach sanken nach ersten Berechnungen die CO2-Emissionen von 136 Millionen Tonnen auf voraussichtlich 116 Millionen Tonnen.

Erst vor einigen Tagen hatte der Verband einen Rekord bei den erneuerbaren Energien gemeldet. Demnach lag der Ökostrom-Anteil in der ersten Jahreshälfte so hoch wie nie. Vor allem das windige Wetter führte dazu, dass die erneuerbaren Energien 44 Prozent des Stromverbrauchs deckten. Im Vorjahreszeitraum waren es 39 Prozent.

Der BDEW nennt für den Rückgang beim CO2-Ausstoß aber noch weitere Ursachen: So habe auch die milde Witterung dazu beigetragen, zudem sei der CO2-Preis im Emissionshandel gestiegen.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Stefan Kapferer, führte den Rückgang der CO2-Emissionen als Beleg dafür an, dass die Energiewirtschaft massive Anstrengungen unternehme und Klimaziele erreiche. "Jetzt müssen auch der Verkehrs- und der Wärmesektor ihr Pflichtenheft für den Klimaschutz endlich erfüllen. Daher brauchen wir in diesen Sektoren eine wirksame CO2-Bepreisung."

Die Bundesregierung will im September über Maßnahmen entscheiden, um die mittelfristigen Klimaziele zu erreichen. Umstritten ist vor allem eine mögliche CO2-Bepreisung. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will eine entsprechende Steuer, die fossile Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas teurer machen würde. Schulze will zugleich einen sozialen Ausgleich. Weite Teile der Union sind gegen eine CO2-Steuer.

fdi/dpa
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