Ölförderung in der Arktis BP will Partnerschaft mit Rosneft erzwingen

BP will im Nordpolarmeer nach Öl bohren - zusammen mit dem russischen Staatskonzerns Rosneft. Doch der verliert wegen einem Rechtsstreit zusehends das Interesse an einer Partnerschaft. Jetzt haben die Briten offenbar einen neuen Plan, um den Deal doch noch zu retten.

BP-Chef Bob Dudley: Partnerschaft mit Rosneft soll seinen Konzern auf Wachstum trimmen
REUTERS

BP-Chef Bob Dudley: Partnerschaft mit Rosneft soll seinen Konzern auf Wachstum trimmen


London - Es geht um strategisch wichtige Erdöl- und Gasvorhaben in der russischen Arktis. Bis zu ein Fünftel des weltweit noch unerschlossenen Öls könnten sich dort unter dem Meeresboden befinden.

Seit Monaten buhlt der britische Öl-Multi BP um die Gunst des staatlichen russischen Mineralölunternehmens Rosneft. Zusammen mit diesem wollen die Briten in die Ölförderung im Nordpolarmeer fördern. Beide Unternehmen wollten im Rahmen der Partnerschaft Aktien tauschen.

Doch das Vorhaben wird torpediert. Seit 2003 betreibt BP zusammen mit dem russischen Oligarchen-Konsortium AAR das Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP. AAR machte einen Passus aus dem Gesellschaftervertrag geltend, laut dem das Konsortium bei jedem anderen Ölgeschäft von BP in Russland gefragt werden muss. AAR verklagte BP auf Schadenersatz, die Partnerschaft mit Rosneft verzögerte sich, Rosneft wurde ungeduldig.

Um den Rosneft-Deal noch zu retten, erwog BP zwischenzeitlich, TNK-BP komplett zu übernehmen - sich also aus dem Schlamassel herauszukaufen. BP scheiterte jedoch an überzogenen Preisvorstellungen der Russen.

Nun erwägt BP offenbar eine andere Lösung. Laut "Wall Street Journal" prüfen die Briten den Verkauf ihres 50-Prozent-Anteils an TNK-BP - als Käufer hat man Rosneft im Visier.

BP war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Ein Rosneft-Sprecher sagte zu dem Bericht, dass sein Unternehmen nicht über den Kauf von Aktien bei TNK-BP gesprochen habe.

mah/ssu/Reuters/dpa-AFX



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L0k3 07.06.2011
1. ...
Immer hin da BP & Rosneft sind ja zweifelsohne anerkannte Experten was das versauen der Umwelt angeht. Immer feste druff uffs Ökosystem solange bis wir uns unsere eigene Lebensgrundlage unter den Füßen wegziehen. Einstein hatte schon recht. Die Dummheit der Menschheit ist wirklich unendlich.
lakechamplainer 07.06.2011
2. Ein Beispiel
Warum ist BP noch im Geschaeft, nachdem ihre Inkompetenz der Golfkueste fast zerstoert haben? Dies ist ein Beispiel , vom Belohnen des Scheitern, das in der heutigen Welt mit erschreckender Haeufigkeit tritt.
UnitedEurope 07.06.2011
3. Titellos
Zitat von lakechamplainerWarum ist BP noch im Geschaeft, nachdem ihre Inkompetenz der Golfkueste fast zerstoert haben? Dies ist ein Beispiel , vom Belohnen des Scheitern, das in der heutigen Welt mit erschreckender Haeufigkeit tritt.
Nein. BP hat einfach genug Geld, um trotz des Fehlers noch weiter im Geschäft zu sein. Und da niemand von uns auf Öl verzichten will, sind wir froh, dass es solche Energieunternehmen gibt. Ich bin auch kein Fan von BP, Shell und Exxon, deswegen tanke ich auch nicht bei denen.
anders_denker 07.06.2011
4. Autotitel JETZT!!!
Zitat von lakechamplainerWarum ist BP noch im Geschaeft, nachdem ihre Inkompetenz der Golfkueste fast zerstoert haben? Dies ist ein Beispiel , vom Belohnen des Scheitern, das in der heutigen Welt mit erschreckender Haeufigkeit tritt.
Sie haben auch nicht verstanden das BP lediglich die Förderrechte hat, die Sauerei aber von den beauftragten Unternehmen verursacht wurde.
lakechamplainer 07.06.2011
5. Ja
Zitat von anders_denkerSie haben auch nicht verstanden das BP lediglich die Förderrechte hat, die Sauerei aber von den beauftragten Unternehmen verursacht wurde.
Sie haben Recht. Die anderen Gesellschaften haben auch viel von der Schuld. Aber BP hat einen großen Anteil an der Schuld.
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