Ölleck vor Brasiliens Küste Chevron gibt sich demütig

Das Ölleck erinnert an die Katastrophe im Golf von Mexiko 2010: Vor der Küste Brasiliens sind nach einem Unfall Zehntausende Liter Öl ins Meer geflossen. Nun hat der Betreiber Chevron versichert, für die Folgen aufzukommen. Man habe sich bei der Berechnung des Drucks vertan.

Ölteppich im Campos-Becken: Bohrloch mit falschen Materialien abgedichtet
REUTERS

Ölteppich im Campos-Becken: Bohrloch mit falschen Materialien abgedichtet


Rio de Janeiro - Der US-Ölkonzern Chevron hat die Verantwortung für ein Ölleck vor der Küste Brasiliens übernommen. Man werde die Folgen des Lecks komplett beseitigen, versicherte das Unternehmen am Sonntag. Die Probleme am Bohrloch seien mittlerweile behoben worden. Als Grund für das Leck gab der Konzern an, sich bei der Berechnung des Drucks unter Wasser vertan zu haben. Deswegen sei unter anderem das Loch mit den falschen Materialien abgedichtet worden.

Die Quelle, die sich vor der Küste des Bundesstaats Rio de Janeiro befindet, wird von Chevron Chart zeigen in Partnerschaft mit dem brasilianischen Ölkonzern Petrobras und einem japanischen Konsortium betrieben. Laut den brasilianischen Behörden entwichen zwischen dem 8. und 15. November zwischen 200 und 300 Barrel Öl pro Tag - das sind zwischen 32.000 und 48.000 Liter.

Chevron kündigte an, am Montag eigene Angaben zu veröffentlichen. Der Vorfall wirft einen Schatten auf Brasiliens rasant wachsende Ölförderung in der Tiefsee. Auch nach der "Deepwater Horizon"-Katastrophe im vergangenen Jahr scheinen viele Fragen zur Sicherheit der Tiefseebohrung unbeantwortet.

cte/dpa



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grana 21.11.2011
1. Petrobras
Zitat von sysopDas Ölleck erinnert an die Katastrophe im Golf von Mexiko 2010: Vor der Küste Brasiliens sind nach einem Unfall*Zehntausende Liter Öl ins Meer geflossen. Nun hat der Betreiber Chevron versichert, für die Folgen aufzukommen. Man habe sich bei der Berechnung des Drucks vertan. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,798916,00.html
Tja, die Amsi können halt keine Tiefseebohrungen, dass kann nur Petrobras. Aber, ich denke immer gerne an den Strandverkäufer am Ipanemastrand, der auf die neuesten Ölfunde zu mir meinte: "Jetzt werden die hier den Strand versauen und das Geld landet wieder in den falschen Händen."
acitapple 21.11.2011
2. ...
na klasse, die nächste umwelt"katastrophe". nach bohrinsel, tankerhavarie und super-gau kommt hier die monatliche horrormeldung. der gemeinsame nenner ? immer ein versorger-konzern, der regelmäßig rekordergebnisse vorweisen kann. man könnte vermuten, diese ergebnisse kämen nur zustande, indem an der sicherheit gespart wird. gibts denn keine auflagen oder kontrollen ? klar gibts die, aber die bestechung der kontrolleure ist immer noch billiger als die schutzmaßnahmen tatsächlich zu treffen. die strafe für nachgewiesene bestechung ist eh ein witz...
Slick Nick 21.11.2011
3. ...
Zitat von granaTja, die Amsi können halt keine Tiefseebohrungen, dass kann nur Petrobras. Aber, ich denke immer gerne an den Strandverkäufer am Ipanemastrand, der auf die neuesten Ölfunde zu mir meinte: "Jetzt werden die hier den Strand versauen und das Geld landet wieder in den falschen Händen."
Dann waren das sicher auch Ameerikaner, die für Petrobras im Campo de Golfinho tätig waren: von dort sickerte neulich durch, daß nicht, wie vorab kalkuliert, täglich 300.000 Barrel gefördert werden, sondern gerade mal 26.000 Barrel (d.h. 9%). Inkompetente Leute braucht Brasilien wirklich nicht zu importieren, die hat man schon reichlich vor Ort.
grana 22.11.2011
4. Petro
Zitat von Slick NickDann waren das sicher auch Ameerikaner, die für Petrobras im Campo de Golfinho tätig waren: von dort sickerte neulich durch, daß nicht, wie vorab kalkuliert, täglich 300.000 Barrel gefördert werden, sondern gerade mal 26.000 Barrel (d.h. 9%). Inkompetente Leute braucht Brasilien wirklich nicht zu importieren, die hat man schon reichlich vor Ort.
Erdölfunde richtig zu kalkulieren ist nicht unbedingt einfach. Es geht hier ja um die Sicherheit der Küste und da hat nicht Petrobras versagt, sondern die Amis, wie so oft. Petrobras ist der Tiefseebohrer, keiner hat mehr Bohrinseln in der Tiefsee und bisher ist nicht wirklich etwas schlimmes passiert (will es aber nicht ausschliessen das etwas passiert (ist)).
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