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Basiliens Küste: Hunderttausende Liter Öl im Meer

Foto: REUTERS/ Rogerio Santana

Ölpest vor der Küste Brasilien schmeißt US-Konzern aus dem Land

Die Ölkatastrophe vor Südamerikas Küste könnte für den US-Konzern Chevron teuer werden - Brasilien verlangt von dem Unternehmen mehrere Milliarden Dollar Schadensersatz. Noch gravierender: Der Multi soll das boomende Land komplett verlassen.

Rio de Janeiro/San Ramon - Dem Ölkonzern Chevron und dem Bohrunternehmen Transocean drohen wegen der von ihnen verursachten Ölpest vor der Küste Brasiliens Schadensersatzzahlungen in Milliardenhöhe.

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Campos im brasilianischen Bundesstaat Rio teilte mit, sie werde die beiden Unternehmen auf eine Strafzahlung in Höhe von elf Milliarden Dollar verklagen. Zudem forderte sie, dass die beiden Unternehmen ihre Produktion in Brasilien komplett einstellen. Das wäre vor allem für Chevron ein harter Schlag. Das Ölgeschäft in Brasilien boomt seit Jahren.

Sowohl Chevron als auch Transocean seien nicht in der Lage gewesen, die durch das Leck entstandenen Schäden zu kontrollieren, heißt es in der Klage. Dies zeuge von mangelnder Planung und einem fehlenden Umweltmanagement bei den Unternehmen.

Der Konzern hält sein Handeln für verantwortungsvoll

Nach Chevron-Angaben waren im November 2400 Barrel Öl durch das Bohrloch ins Meer entwichen. Die Regierung schätzt die Menge auf rund 5000 Barrel. Umweltschützer gehen von noch größeren Mengen aus. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

Chevron hatte die Verantwortung für den Vorfall übernommen und war von den Behörden bereits zu einer Strafzahlung von 28 Millionen Dollar verpflichtet worden. Nun teilte der zweitgrößte US-Ölkonzern mit, er sei noch nicht formell über den neuen Schritt der Staatsanwaltschaft informiert worden. Man habe aber nach dem Unfall verantwortlich gehandelt und das Leck binnen vier Tagen schließen können. Auch die Aufräumarbeiten kämen voran.

Der Austritt des Öls war am 9. November entdeckt worden. Das betroffene Bohrloch von Chevron befindet sich nahe dem Ölfeld Campo Frade rund 370 Kilometer vor der brasilianischen Küste. In der Nähe liegen Routen von Walen und Delfinen.

stk/Reuters/dpa-AFX/AFP
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