Rohstoff-Roulette Saudis sagen Ölpreis-Absturz bis maximal 60 Dollar voraus

Rohöl wird immer billiger, doch bald soll damit Schluss sein. Die Opec-Macht Saudi-Arabien erwartet laut "Wall Street Journal", dass der Preis höchstens noch um zehn Dollar pro Fass fällt.

Ölförderung in Saudi-Arabien: "Das wird nicht lange andauern"
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Ölförderung in Saudi-Arabien: "Das wird nicht lange andauern"


London - Der tiefste Stand seit vier Jahren, der tiefste Stand seit fünf Jahren - welche Negativrekorde bricht der Ölpreis als nächstes? Nicht mehr viele, erwartet Saudi-Arabien. Der größte Produzent der Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) geht laut "Wall Street Journal" davon aus, dass der freie Fall demnächst gestoppt sein wird. Die Golfstaaten hätten zwar kein Preisziel, doch "wenn die Preise weiter unter 60 Dollar fallen, wird das nicht lange andauern", sagte ein Vertreter der Golfstaaten der Zeitung.

Der Ölpreis war in den vergangenen Monaten angesichts der schwachen Weltwirtschaft und des Schieferöl-Booms in den USA stetig gesunken, erst am Montag fiel der Preis für die wichtigsten Sorten auf den niedrigsten Stand seit der Wirtschaftskrise 2009. Hintergrund des jüngsten Verfalls war außerdem eine Entscheidung der Opec: Die zwölf Mitgliedstaaten des Ölkartells konnten sich in der vergangenen Woche nicht auf eine Kürzung der Fördermenge einigen.

Inzwischen stabilisieren sich die Preise wieder etwas. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,27 US-Dollar und damit 35 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 48 Cent auf 67,86 Dollar.

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Opec: Kartell ohne Macht
Damit rückt der Ölpreis immer weiter von seinem Rekord im Jahr 2008 ab, als ein Fass erstmals mehr als 140 Dollar kostete. Damals rechneten einige Experten sogar damit, dass der Preis für ein Fass des begehrten Rohstoffs die 200-Dollar-Marke überspringen könnte. Wie unwahrscheinlich das aus heutiger Sicht ist, zeigen die aktuellen Entwicklungen.

Vor einem Monat hatten Opec-Vertreter von 70 Dollar als dem Preisniveau gesprochen, bei dem Panik bei Mitgliedern der Organisation ausbrechen könnte. Dem Bericht zufolge könnten inzwischen aber sowohl die Saudis als auch andere Produzenten am Persischen Golf mit einem Niveau von 60 Dollar leben. Die saudischen Scheichs nehmen die Verluste auch hin, um den Erzfeind Iran zu treffen. Denn Irans Staatshaushalt ist zu 70 Prozent von Erdöleinnahmen abhängig. Saudi-Arabien dagegen kann sich den Dumpingpreis beim Öl leisten: Das Königshaus sitzt auf Finanzreserven in Höhe von 735 Milliarden Dollar.

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Öl-Taktik der Saudis: Schwarzes Gold zum Schleuderpreis

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deichgraffe 04.12.2014
1. Das dicke Ende...
... kommt noch. Wenn die Russlandkrise ein Ende gefunden hat, wird der Preis wieder nach oben "korrigiert". Die Lieferanten werden sich dann ihre "Durststrecke" bezahlen lassen und Putin muss merken, dass seine Macht begrenzt ist.
jkl21 04.12.2014
2. Alles ok!
wirtschaftlich wird wohl die USA am meisten leiden. Ölschiefer und Fracking sind doch wohl sehr teure Fördermöglichkeiten. Es ist jedoch auch unsinnig im Zeitalter der regenerativen Energien weiter am Öl festzuhalten. Der aktuelle Preissturz zeigt aber vor allem die spekulative Seite des Geschäfts.
Atheist_Crusader 04.12.2014
3.
Die Saudis haben vielleicht mehr Reserven als die Iraner, aber vom Öl sind sie mindestens genauso abhängig. Wenn in 20-30 Jahren die Quellen versiegen, bleibt von dem Land nichts mehr übrig als eine bettelarme Wüste mit Mekka und ein paar Ruinen größenwahnsinniger Bauprojekte. Wenn das Land nicht schon vorher in einer Revolte untergeht.
tommit 04.12.2014
4. Solche Aussagen belegen
für mich, dass der Preis kontrolliert wird... nicht mehr
RenegadeOtis 04.12.2014
5. Hm
Und raus damit - endliche Resourcen zum Spottpreis, heute nochmal billiger und dazu gibts n Kanister Erdgas. Und ich muss bekloppt sein, ich leg noch ne Bockwurst obendrauf, koscher und ohne Fleisch! Nein, ernsthaft: Der Ölpreis ist momentan eher politisch motiviert. Und die Tendenz wird eher sein, dass er zukünftig steigen wird.
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