Schwacher Dollar Ölpreise steigen auf neues Jahreshoch

Die Ölpreise kennen im Moment nur eine Richtung: nach oben. Angefacht wird der Trend durch einen schwachen Dollar, Produktionsausfälle und sinkende Rohölvorräte in den USA.

Öltanker vor Nigeria
AP

Öltanker vor Nigeria


Die Ölpreise sind auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Die führende Nordseesorte Brent kletterte um ein Prozent auf 51,08 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl der Sorte WTI zog ebenfalls um ein Prozent an, der Preis notiert bei 50,19 Dollar.

Experten führen den jüngsten Preisanstieg auf den geschwächten Dollar, rückläufige Rohölvorräte in den USA und Produktionsausfälle in Nigeria zurück.

In Nigeria haben in den vergangenen Tagen mehrere Anschläge auf Ölpipelines für Unruhe gesorgt. "Die Lage in Nigeria verschlechtert sich zusehends", so Rohstoffexperten der Commerzbank.

Bericht über Öl-Lagerdaten dürfte Preise antreiben

Der Dollar fiel wegen der Aussicht auf eine weiter in die Ferne rückende US-Zinserhöhung. Sinkt die US-Währung, dann macht das meist in Dollar gehandelte Öl für viele Anleger billiger und stärkt dadurch die Nachfrage.

Auch rückläufige US-Ölreserven könnten die Preise weiter antreiben. Experten rechnen bei den am Mittwoch vorgestellten wöchentlichen Lagerdaten mit einem Minus von 3,5 Millionen Barrel. Das wäre der dritte Rückgang in Folge.

In Frankreich bereiten sich indes drei zum Total-Konzern gehörende Raffinerien auf die Wiederaufnahme des durch landesweite Streiks lahmgelegten Betriebes vor. "Dies dürfte zu einer höheren Nachfrage nach Rohöl führen", kommentierte die Commerzbank. Zeitweise war wegen der Ausstände in Frankreich Benzin knapp geworden. Die Streiks richten sich gegen die von Präsident François Hollande geplanten Arbeitsmarktreformen.

msc/Reuters/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Stäffelesrutscher 07.06.2016
1.
Oh Wunder - jetzt, nachdem Dilma Rousseff in Brasilien weggeputscht ist und Maduro in Venezuela am Krückstock geht, steigen plötzlich die Preise, weil die USA neue »Lagerdaten« veröffentlichen.
go2dive 07.06.2016
2. @Stäffelesrutscher: Selektives Lesen
Und weil der Dollar fällt und weil es in Nigeria Probleme gibt und weil Raffinerien in Frankreich wieder hoch gefahren werden.
kandric.wiz 07.06.2016
3.
Der Preis für ein Barrel Ö steht seit mehreren Wochen auf um die 49$ - was soll also diese Lüge.
thawn 07.06.2016
4. Dollar vs Euro
Der Satz ist doch erst einmal ein Widerspruch: Der Ölpreis steigt durch den schwachen Dollar weil das Öl für viele Anleger billiger wird. Das bedeutet aber doch für uns in Europa, dass zwar der Ölpreis in US Dollar steigt, in Euro aber sinkt oder sehe ich das falsch?
Tolotos 07.06.2016
5. Wollten die USA nicht gerade mal wieder ihren Leitzins anheben?
War wohl wieder nix! Ob der (von Alternativen wie dem Kommunismus) befreite Kapitalismus noch lange braucht, um auch auf dem Friedhof der Geschichte zu landen? Ich glaube es nicht. Der Kommunismus war zwar nicht sonderlich erfolgreich, aber er hat seine Gegner gezwungen, deren Bevölkerung ein einigermaßen funktionierendes Gesellschaftsmodell anzubieten. Seit dem Untergang des Kommunismus scheint dem Westen dieses Ziel zu fehlen. Was der real umgesetzten Politik als einzige Wertvorstellung geblieben ist, ist die Befriedigung der Gier der gierigsten Spitzenfunktionäre seiner Wirtschaftseliten. Aber das scheit nicht ausreichend zu sein, um eine Gesellschaft langfristig zu stabilisieren!
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