Hohes Angebot Ölpreis stürzt ab

Die Preise für Rohöl sinken seit Wochen - jetzt stürzen sie regelrecht ab. Eine Sorte verbilligt sich zeitweise um mehr als sieben Prozent. Und die Talsohle ist wohl noch nicht erreicht.

Ölförderung im US-Bundesstaat Kalifornien
REUTERS

Ölförderung im US-Bundesstaat Kalifornien


So billig war Rohöl seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Am Freitag ist der Preis für den Rohstoff regelrecht abgestürzt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Chart zeigen fiel am Nachmittag unter die Marke von 60 Dollar und kostete damit mehr als vier Prozent weniger als am Vortag.

Noch stärker verbilligte sich amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) - ein Barrel kostete zuletzt rund 51,30 Dollar und damit mehr als sechs Prozent weniger als am Vortag. Zeitweise war der WTI-Preis am Freitag sogar um mehr als sieben Prozent eingebrochen.

Damit setzt sich der Trend der vergangenen Wochen nun noch einmal verstärkt fort. Seit Anfang Oktober ist der Ölpreis um rund ein Drittel gesunken.

Schwächere Konjunktur, Nachfrage lässt nach

"Am Markt herrscht derzeit ein Überangebot", schrieben die Analysten der Investmentbank Jefferies. Daher sei die Talsohle auch immer noch nicht erreicht. Daten des Anbieters Refinitiv stützen die Erklärung. Ihnen zufolge übertrifft das Angebot die Nachfrage just seit Anfang Oktober.

Dazu kommt, dass viele Händler an den Rohölmärkten damit rechnen, dass sich die Konjunktur weltweit abschwächen wird, also die Nachfrage nachlässt. Als einen wichtigen Grund für diese Erwartung gilt der Handelsstreit zwischen den USA und China. Zudem steigen die Fördermengen in den USA von einem Rekordhoch zum nächsten. Experten zufolge wird die Produktion dort 2019 erstmals die Marke von zwölf Millionen Barrel pro Tag überschreiten. Dabei sind die US-Öllager bereits gut gefüllt.

Angesichts des Preisverfalls wird die nächste Sitzung der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) mit Spannung erwartet. Das Ölkartell trifft sich am 6. Dezember, Saudi-Arabien appelliert bereits an seine Opec-Partner, die Förderung zu drosseln.

Der niedrige Ölpreis macht sich allerdings noch nicht an den Tankstellen bemerkbar, im Gegenteil. Benzin und Diesel kosten in Deutschland derzeit so viel wie zuletzt vor sechs Jahren, als der Ölpreis bei 115 Dollar pro Barrel lag und damit mehr als doppelt so hoch wie heute. Grund dafür sind nicht allein die höheren Transportkosten infolge der niedrigen dürrebedingten Flusspegel, die die Binnenschifffahrt einschränken. Auch die Ölkonzerne nutzen die Transport-Engpässe offensichtlich, um hohe Preise durchzusetzen. (Eine ausführliche Analyse finden Sie hier.)

fdi



insgesamt 36 Beiträge
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lachender lemur 23.11.2018
1. Musste ja noch billiger. Wollte Trump ja so.
Schlimme Sache, dass der, dessen Abkürzung uns hier auf SPON täglich mehrmals als MbS suggeriert wird, dem Trump so kniefällig dient. Wären die Märkte doch klüger und antworteten nicht dem transparent unmoralischen Gebaren solcher Potentaten!
MT98 23.11.2018
2. Die Benzinpreise werden
trotzdem oben bleiben, ich bin schon auf die neuen Gründe gespannt.
erzengel1987 23.11.2018
3. :-)
Man zahl trotzdem eifrig für das Benzin drauf. In unserem Nachbarland werden die Preise vom Staat festgelegt. Tankstellen dürfen zudem nicht dauernd die Preise ändern. Siehe da obwohl deren Rohstoffpreise etwas höher sind haben die dort unschlagbar günstige Preise. Mit Angebot und Nachfrage wäre es da eventuell günstiger. Aber man sieht Angebot und Nachfrage am Arsch. Der Staat sollte die Preise deckeln. Rohstoffpreise müssten unter einem Euro pro Liter liegen. Zur Not muss der Staat eben die Spritsteuern senken. Es trifft eben vor allem Pendler. und ich würd sofort auf den ÖPNV umsteigen, nur das hieße 2 Stunden bzw pro Tag 4 Stunden ÖPNV. Zusätzlich zu fast 9 Stunden arbeit wäre ich 13 Stunden unterwegs also bin ich komplett auf das Auto angewiesen. So verbringe ich am Tag 10 Stunden und hab 3effektiv eingespart. So geht es vielen... Im übrigen ich fahre kein SUV Panzer.
Ezechiel 23.11.2018
4.
Zitat von erzengel1987Man zahl trotzdem eifrig für das Benzin drauf. In unserem Nachbarland werden die Preise vom Staat festgelegt. Tankstellen dürfen zudem nicht dauernd die Preise ändern. Siehe da obwohl deren Rohstoffpreise etwas höher sind haben die dort unschlagbar günstige Preise. Mit Angebot und Nachfrage wäre es da eventuell günstiger. Aber man sieht Angebot und Nachfrage am Arsch. Der Staat sollte die Preise deckeln. Rohstoffpreise müssten unter einem Euro pro Liter liegen. Zur Not muss der Staat eben die Spritsteuern senken. Es trifft eben vor allem Pendler. und ich würd sofort auf den ÖPNV umsteigen, nur das hieße 2 Stunden bzw pro Tag 4 Stunden ÖPNV. Zusätzlich zu fast 9 Stunden arbeit wäre ich 13 Stunden unterwegs also bin ich komplett auf das Auto angewiesen. So verbringe ich am Tag 10 Stunden und hab 3effektiv eingespart. So geht es vielen... Im übrigen ich fahre kein SUV Panzer.
In unserem Nachbarland werden die Preise vom Staat festgelegt. … Sie Bundesregierung greift in die Wirtschaft nicht ein. Es sei denn, es müssen Banken oder andere Unternehmen gerettet werden.
tailspin 23.11.2018
5. Etwas mehr Dankbarkeit, bitte
Deutschland darf sich dafuer aber ganz herzlich bei Trump bedanken. Der hat MbS mit Samthandschuhen angefasst als dieser wg. Kashoggi in der Tinte sass. Haette er das nicht gemacht, dann waere der Oelpreis nicht 25 $ pro Fass Rohoel gefallen sondern gestiegen, und die Deutschen haetten kollektiv doppelt geblecht wegen des Hebeleffekts der Mehrwertsteuer.
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