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Opec-Staaten: Herrscher über das Öl

Foto: A3131 epa Scanpix Hagen/ dpa

Vor Opec-Treffen Ölpreis rutscht auf tiefsten Stand seit vier Jahren

Der Preisverfall beim Öl beschleunigt sich. Die wichtigen Sorten Brent und WTI kosten so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Steuert das Opec-Kartell nun dagegen und drosselt die Fördermenge?

Singapur - Die im Ölkartell Opec organisierten Förderländer haben es in der Hand: Entscheiden sie sich bei ihrem Treffen an diesem Donnerstag für eine geringere Fördermenge, um den Preisverfall beim Öl aufzuhalten? Oder setzen sie auf die regulierende Kraft der Märkte?

Insidern zufolge zeichnet sich vor der Sitzung in Wien ab, dass die Opec-Mitgliedstaaten trotz des rasanten Preisverfalls an ihren Fördermengen von 30 Millionen Barrel pro Tag festhalten wollen. Sie seien zu der Übereinkunft gekommen, bei den Gesprächen keine Drosselung zu beschließen, sagte ein Delegierter aus der Golfregion.

Der saudi-arabische Ölminister Ali Al-Naimi hatte ebenfalls im Vorfeld erklärt, dass sich der Preis "irgendwann von selbst" stabilisieren werde - und damit eine Kürzung nach Ansicht von Branchenkennern faktisch ausgeschlossen.

Seit Juni sind die Ölpreise bereits um gut ein Drittel gesunken. Am Donnerstag gaben sie erneut stark nach, sie fielen auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren. Im asiatischen Handel verbilligten sich am Donnerstag Futures für Nordseeöl der Sorte Brent   auf 76,28 Dollar pro Fass - ein Minus von mehr als einem Dollar. US-Leichtöl der Marke WTI gab ebenfalls um mehr als einen Dollar auf 72,61 Dollar je Barrel nach.

Weit entfernt von den Höchstständen

Kurzer Rückblick: Im Jahr 2008 hatte der Ölpreis erstmals die 140-Dollar-Marke geknackt. Damals rechneten einige Experten sogar damit, dass ein Fass des begehrten Rohstoffs die 200-Dollar-Marke überspringen könnte.

Wie unwahrscheinlich das aus heutiger Sicht ist, zeigen die aktuellen Entwicklungen. Denn obwohl Krisen und Kriege die wichtigsten Ölförderregionen der Welt seit Monaten beherrschen, geben die Preise zusehends nach. Das hat mehrere Gründe: So ist das Angebot trotz der Konflikte weitestgehend stabil geblieben, die Nachfrage aber angesichts der schwachen Konjunktur weltweit insgesamt gesunken.

yes/dpa/Reuters
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