Förderung gestiegen Ölpreise fallen wieder

Die USA dürften bald wieder mehr Erdöl aus dem Boden holen. Und Saudi-Arabien überschreitet die Fördergrenze, die sich das Opec-Kartell auferlegt hat. Steht eine neue Ölflut bevor?

Ölfeld in Saudi-Arabien (Archivbild)
REUTERS

Ölfeld in Saudi-Arabien (Archivbild)


Die Öl-Lagerbestände steigen der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) zufolge weiter an, trotz der Einigung der Förderstaaten auf eine Obergrenze. Die Bestände lagen im Januar in den Industriestaaten um 278 Millionen Barrel (je 159 Liter) über dem Fünfjahresschnitt, wie die Opec mitteilte. Die Förderdrosselung habe aber zweifelsohne die Preise gestützt, hieß es in dem Monatsbericht.

Die Mitgliedstaaten des Ölkartells hatten sich jüngst auf die erste Fördergrenze seit acht Jahren geeinigt. Dem Bericht zufolge halten sich die Länder zunehmend an ihre Zusagen, so beteiligen sich auch Russland und zehn weitere Förderländer, die nicht der Opec angehören, an den Kürzungen.

Das wichtige Opec-Land Saudi-Arabien hat seine Fördermenge allerdings wieder spürbar erhöht. Im Februar weitete das Königreich die Förderung um durchschnittlich 263.300 Barrel pro Tag aus. Ursprünglich hatte das Ölland am Persischen Golf die Produktion stärker als vereinbart gedrosselt und damit Defizite anderer Ölnationen bei der Kürzung ausgeglichen.

Zugleich erhöhte die Opec ihre Prognose für die Förderung in den Ländern, die nicht Teil der Opec sind. Vor allem in den USA werde verstärkt Schieferöl gefördert. Die Branche hatte wegen der jüngsten Preisanstiege wieder einen Aufschwung verzeichnet.

Die Ölpreise reagierten mit weiteren Verlusten auf die Daten, nachdem sie am Vormittag noch gestiegen waren: Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 59 Cent auf 50,71 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im April sank um 68 Cent auf 47,67 Dollar. Damit sind die Preise seit Anfang vergangener Woche um fast zehn Prozent gefallen.

nck/ssu/dpa/Reuters



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Atheist_Crusader 14.03.2017
1.
Auf der einen Seite: gut für den Planeten ist es nicht. Auf der anderen Seite: Öl finanziert einige der schlimmsten Regimes unserer Zeit. Von daher sehe ich das mit gemischten Gefühlen.
Spiegelleserin57 14.03.2017
2. Heizkosten fallen...
Zitat von Atheist_CrusaderAuf der einen Seite: gut für den Planeten ist es nicht. Auf der anderen Seite: Öl finanziert einige der schlimmsten Regimes unserer Zeit. Von daher sehe ich das mit gemischten Gefühlen.
und Benzin wird billiger bleiben. Bei den derzeit steigenden Lebensmittelpreisen ist man froh wenn diese Ölpreise nicht noch zusätzlich explodieren zu den Mieten. Man sollten auch mal die Situation der Menschen bedenken die auf Autos und Wärme angewiesen sind. Es gibt zur Zeit keine Alternativen die bezahlbar wären.
dreamrohr2 14.03.2017
3.
Zitat von Atheist_CrusaderAuf der einen Seite: gut für den Planeten ist es nicht. Auf der anderen Seite: Öl finanziert einige der schlimmsten Regimes unserer Zeit. Von daher sehe ich das mit gemischten Gefühlen.
dem Planeten ansich dürfte es "egal" sein, wieviel Öl da gefördert wird. Ich raffe es immer noch nicht, weshalb die planetarischen Ölvrokommen nur den Staaten "gehören" welche gerade da ihre Teritorien haben, es ist ein Weltmenschengut. Die Förderung müsste global koordiniert sein und auch der Ertrag müsste ebenso global verteilt werden... Weshalb die Ölförderländer in Geld schwelgen dürfen, wo hingegen andere Menschen in armen Ländern vor Hunger sterben, bleibt für immer ein Geheimnis.
dreamrohr2 14.03.2017
4.
Zitat von Spiegelleserin57und Benzin wird billiger bleiben. Bei den derzeit steigenden Lebensmittelpreisen ist man froh wenn diese Ölpreise nicht noch zusätzlich explodieren zu den Mieten. Man sollten auch mal die Situation der Menschen bedenken die auf Autos und Wärme angewiesen sind. Es gibt zur Zeit keine Alternativen die bezahlbar wären.
oh ja, ich fange gleich an zu heulen! Wieviel Selbstmitleid und Verständnis man plötzlich hat, wenn es um einen selbst geht, wenn es darum geht, den Arbeitnehmern hier in D mehr Lohn- und Steuergerechtigkeit zukommen zu lassen, haben sie da ganz andere Ansichten...
nici_d 14.03.2017
5. Egal, wie viel Öl kostet
Zitat von Atheist_CrusaderAuf der einen Seite: gut für den Planeten ist es nicht. Auf der anderen Seite: Öl finanziert einige der schlimmsten Regimes unserer Zeit. Von daher sehe ich das mit gemischten Gefühlen.
Es ist fast völlig egal, wie viel Öl kostet, denn eines dürfte sicher sein: Es wird alles aus dem Boden gepumpt und verbrannt. Wenn Öl teurer ist, dann lohnt es sich vielleicht, ein paar Tropfen mehr (weil teurer zu fördern) zu verbrennen, dafür dauert es ein wenig länger. Wenn Öl billiger ist, ist der letzte Tropfen dafür schon früher verbraucht. Was für den Planeten gut ist? Nach derzeitiger Lage könnte es besser sein, je früher es kein Öl mehr gibt, allein wegen der finanzstarken und meist nicht sehr menschenfreundlichen Regime der Ölförderländer.
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