US-Energiekonzern Ölriese Exxon macht 45 Milliarden Dollar Gewinn

Energiewende? Von wegen. ExxonMobil hat mit dem altmodischen Ölgeschäft gigantische Gewinne erzielt und nun spektakuläre Geschäftszahlen für 2012 abgeliefert. In einem Jahr schafften die Texaner fast 45 Milliarden Dollar Profit. Es ist der zweithöchste Gewinn in der Geschichte des Kapitalismus.
Exxon-Tankstelle in Kalifornien: Geschäft floriert

Exxon-Tankstelle in Kalifornien: Geschäft floriert

Foto: David McNew/ Getty Images

Irving - Im Ranking der wertvollsten Unternehmen der Welt liefert sich ExxonMobil seit langem ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Apple. Vergangene Woche übernahm der Ölkonzern aus Texas wieder einmal kurz den ersten Platz. Inzwischen liegt der iPad-Hersteller zwar wieder vorn - bei den Gewinnen aber ist Exxon nicht zu schlagen.

Am Freitag vermeldete ExxonMobil   nun einen hohen Milliardengewinn für das vierte Quartal. Unterm Strich verdiente der US-Konzern knapp zehn Milliarden Dollar, sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Grund für das boomende Geschäft war vor allem das Raffineriegeschäft, das besser lief. Dagegen warf die Förderung von Öl und Gas weniger Geld ab, teilte der Konzern am Firmensitz im texanischen Irving mit.

Noch beeindruckender fallen die Zahlen für das Gesamtjahr aus. 2012 steigerte ExxonMobil seinen Gewinn um neun Prozent auf 44,9 Milliarden Dollar. Anleger reagierten erfreut, Analysten hatten mit weniger Gewinn gerechnet. Die Aktie legte vorbörslich zeitweise ein Prozent zu.

ExxonMobil hat damit den zweithöchsten Profit erzielt, den ein Wirtschaftsunternehmen je erreicht hat. Auf Platz eins: ebenfalls ExxonMobil im Geschäftsjahr 2008, damals belief sich der Gewinn auf 45,22 Milliarden Dollar. Apple   liegt im Allzeit-Ranking der größten jemals erzielten Gewinne auf Platz fünf. 2012 kam der iPhone- und iPad-Hersteller auf 41,73 Milliarden Dollar Gewinn.

Zu ExxonMobil gehören auch die 1100 deutschen Esso-Tankstellen. Damit gehört der Konzern auch zu den umsatzstärksten US-Unternehmen in Deutschland.

Auch Chevron  , die Nummer zwei unter den US-Ölkonzernen, verbuchte ein erfolgreiches Quartal. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn sank dagegen leicht um drei Prozent auf 26,2 Milliarden Dollar.

Rosneft steigert Gewinn auf acht Milliarden Euro

Auch der staatlich kontrollierte russische Ölkonzern Rosneft   hat dank höherer Fördermengen und gestiegener Ölpreise 2012 mehr verdient. Der Gewinn sei binnen Jahresfrist um sieben Prozent auf 342 Milliarden Rubel (rund acht Milliarden Euro) geklettert, teilte Rosneft mit, der Umsatz um 13 Prozent auf 3,1 Billionen Rubel.

Analysten hatten dem Konzern beim Gewinn allerdings mehr zugetraut. Die Aktien fielen an der Moskauer Börse zeitweise knapp zwei Prozent. Zudem halbierten sich die Barmittel des Konzerns wegen hoher Investitionen fast auf 45 Milliarden Rubel.

Rosneft will in der ersten Jahreshälfte 2013 den 55 Milliarden Dollar schweren Zukauf der drittgrößten russischen Ölfirma TNK-BP abschließen. Damit wird Rosneft der weltgrößte Ölkonzern. Die Firma ist zwar schon der größte Ölproduzent in Russland, fördert zusammen mit TNK-BP dann aber mehr Öl und Gas als der US-Multi Exxon.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version dieses Artikels hieß es, ExxonMobil sei das teuerste Unternehmen der Welt und habe Apple überrundet. Inzwischen liegt Apple bei der Marktkapitalisierung aber wieder deutlich vorn: Apple ist an der Börse 423 Milliarden Dollar wert, Exxon 410 Milliarden. Wir haben die betreffenden Passagen korrigiert und bitten um Entschuldigung für den Fehler.

cte/Reuters/dpa
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