Verkauf von Informationen zur Parteiaffinität Österreichische Post muss in Datenskandal Millionenstrafe zahlen

Weil sie Daten zur Parteiaffinität von rund zwei Millionen Kunden verkauft haben soll, muss die österreichische Post 18 Millionen Euro Strafe zahlen. Das Unternehmen will Widerspruch einlegen.

Klingelschilder an einem Wohnhaus (Archivbild): Daten zur Parteiaffinität von Postkunden verkauft
Ole Spata/DPA

Klingelschilder an einem Wohnhaus (Archivbild): Daten zur Parteiaffinität von Postkunden verkauft


Die österreichische Post muss im Skandal um das Sammeln und den Verkauf von Daten ihrer Kunden zur Parteiaffinität eine Strafe von 18 Millionen Euro zahlen. Die Datenschutzbehörde des Landes begründete die Entscheidung mit Verstößen gegen Datenschutzregelungen, wie das Justizministerium mitteilte. Die Post will gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen.

Die Rechercheplattform Addendum hatte im Januar berichtet, die österreichische Post verkaufe Datensätze von rund drei Millionen Kunden mit Namen, Adresse, Alter und Geschlecht an andere Unternehmen für Marketingzwecke. Bei 2,2 Millionen Kunden werde auch die Parteiaffinität angegeben. Diese Datensätze würden an Parteien verkauft, so dass diese mögliche Anhänger besser erreichen könnten.

Datenschutzorganisationen hatten scharfe Kritik an der österreichischen Post geübt. Die österreichische Datenschutzbehörde leitete ein Verfahren ein. Die Post erklärte daraufhin, künftig auf das Sammeln und den Verkauf von Daten ihrer Kunden zur Parteiaffinität zu verzichten.

jki/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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isikat 30.10.2019
1. Deutscje Post
Die deutsche Post macht genau das gleiche. Als ich vor ein paar Jahren umgezogen bin, habe ich bei der Post einen Nachsendeauftrag erteilt, jedoch ausdrücklich nicht für Werbung und Zeitschriften. Ich hatte ihnen untersagt, meine Anschrift an irgend jemanden weiterzugeben. Noch bevor ich mich offiziell umgemeldet hatte und die üblichen Stellen über die Adressänderung informiert hatte, erhielt ich personalisierte Werbung an die neue Adresse, was bedeutet, dass die Post meine Daten trotz Untersagung an Firmen weitergegeben hatte, denn kein Mensch außer den Mitarbeitern der Post kannte bis dahin die neue Anschrift.
ganzeinfach 30.10.2019
2. Sauerei!
Persönlichkeitsrechte werden mit Füssen getreten und damit viel Geld gemacht. Notabene von Staatsbetrieben. Die Busse ist massiv zu niedrig: 3 Mio betrogene Haushalte (1-x Betroffene) und 18 Mio Strafe? Macht 6 Euro pro Partei. Lächerlich! Wenn sich nur 10% der Betroffenen per Strafanzeige gegen die Post meldeten, dann wären das hunderte Millionen Schaden. Klar - der Michel bezahlt diesen letztlich selbst. Die Verantwortlichen gehören sofort supsendiert. Ebenso die sog. "Käufer" dieser geschützten Daten. Dann kann sich der Staatsanwalt um individuelle Strafmassnahmen kümmern. ganzeinfach
spiegelleser987 30.10.2019
3.
Zitat von isikatDie deutsche Post macht genau das gleiche. Als ich vor ein paar Jahren umgezogen bin, habe ich bei der Post einen Nachsendeauftrag erteilt, jedoch ausdrücklich nicht für Werbung und Zeitschriften. Ich hatte ihnen untersagt, meine Anschrift an irgend jemanden weiterzugeben. Noch bevor ich mich offiziell umgemeldet hatte und die üblichen Stellen über die Adressänderung informiert hatte, erhielt ich personalisierte Werbung an die neue Adresse, was bedeutet, dass die Post meine Daten trotz Untersagung an Firmen weitergegeben hatte, denn kein Mensch außer den Mitarbeitern der Post kannte bis dahin die neue Anschrift.
Sind Sie sich sicher, dass es die Deutsche Post war? Ich habe dieses Jahr auch ein paar Werbebriefe erhalten. Da stand neben meinem ersten auch der zweite Vorname und dann der Nachname drauf. Wie konnten die auf den zweiten Vornamen kommen? Den habe ich bisher nirgendwo angegeben. Nur eine Behörde (vielleicht auch mehrere) kennt den. Die kommunalen Melderegister-Behörden machen seit Jahren ein jährliches Millionengeschäft mit dem Verkauf von Daten. Das konnten wir schon 2012 erfahren: "Städte machen Millionen mit Datenhandel 4,5 Millionen Auskünfte, mehr als 12 Millionen Euro Umsatz im Jahr:..." https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/melderegister-staedte-verkaufen-adressdaten-und-verdienen-millionen-a-854146.html "Ämter dürfen Daten verkaufen" https://www.n-tv.de/ratgeber/Amter-duerfen-Daten-verkaufen-article6660111.html Vergangenes Jahr konnten wir auch lesen, dass der Städte- und Gemeindebund den Kommunen empfiehlt, Daten zu verkaufen.
cs01 30.10.2019
4.
Zitat von isikatDie deutsche Post macht genau das gleiche. Als ich vor ein paar Jahren umgezogen bin, habe ich bei der Post einen Nachsendeauftrag erteilt, jedoch ausdrücklich nicht für Werbung und Zeitschriften. Ich hatte ihnen untersagt, meine Anschrift an irgend jemanden weiterzugeben. Noch bevor ich mich offiziell umgemeldet hatte und die üblichen Stellen über die Adressänderung informiert hatte, erhielt ich personalisierte Werbung an die neue Adresse, was bedeutet, dass die Post meine Daten trotz Untersagung an Firmen weitergegeben hatte, denn kein Mensch außer den Mitarbeitern der Post kannte bis dahin die neue Anschrift.
Was ist mit Ihrem Vermieter bzw. demjenigen, von dem Sie ihre neue Wohnung gekauft hatten?
Tayfun30 30.10.2019
5. 4% des weltweiten Jahresumsatzes
So hoch ist die Maximalstrafe die ein Unternehmen bei Verstößen gegen das Datenschutzgesetz (engl. GDPR) zahlen müsste. Betrachtet man die Anzahl der Kundendatensätze und vor allem die Sensibilität der Informationen die an Dritte weitergegeben wurden, erscheint das Bußgeld tatsächlich lächerlich.
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