Vorbereitung auf Omikron-Welle Wiener Energieversorger kaserniert Mitarbeiter in Kraftwerken

Für vier Wochen sollen sie abgeschirmt von der Außenwelt leben und arbeiten: Ein Energiekonzern in Österreich isoliert rund 50 Beschäftigte. So soll die Versorgung auch in der Omikron-Welle gesichert werden.
Schlafsaal auf Zeit in der Wien-Energie-Anlage Spittelau (im März 2020)

Schlafsaal auf Zeit in der Wien-Energie-Anlage Spittelau (im März 2020)

Foto: Wien Energie

Schlichte Betten in einem umfunktionierten Besprechungsraum: In einigen Tagen werden Mitarbeiter von Wien Energie in dieser Umgebung schlafen. Der österreichische Energieversorger bereitet für die Zeit ab dem 7. Januar die Kasernierung von 50 Mitarbeitern in einem Kraftwerk und drei Müllverbrennungsanlagen vor, wie das Unternehmen mitteilt .

Dann sollen die Beschäftigten für vorerst vier Wochen isoliert von der Außenwelt und in feste Teams eingeteilt an den Standorten leben, arbeiten und übernachten. Hintergrund sei die Ausbreitung der Omikron-Mutation und die Prognosen für hohe Infektions- und Qurantänezahlen.

»Dieser Schritt ist weitreichend, aber notwendig, um die Versorgungssicherheit unter allen Umständen gewährleisten zu können«, sagt Unternehmenschef Michael Strebl. Es sei oberste Priorität, »dass die Heizungen der Wienerinnen und Wiener warm sind und das Licht jederzeit angeht«.

Die Isolationsteams seien bereits festgelegt, sie würden in den kommenden Tagen umfassend medizinisch betreut und vorbereitet, teilte der Energieversorger weiter mit. In den Anlagestandorten stünden den Beschäftigten Betten, Küchen, Wasch- und Freizeiträume zur Verfügung.

Auch in Deutschland hat sich der Expertenrat der Bundesregierung angesichts der hochinfektiösen Omikron-Mutante besorgt über die kritische Infrastruktur gezeigt. Diese könne durch den Ausfall vieler erkrankter oder in Quarantäne befindlicher Mitarbeitender »extrem belastet werden«, hieß es in einer Stellungnahme des Gremiums wenige Tage vor Weihnachten, daher müsse der Schutz umfassend und sofort vorbereitet werden. Zur kritischen Infrastruktur zählen außer der Energieversorgung unter anderem Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Telekommunikation, Wasserversorgung sowie die entsprechende Logistik.

Isolierstation in Spittelau (März 2020)

Isolierstation in Spittelau (März 2020)

Foto: Wien Energie

Der Stromkonzern E.on etwa bezieht in seine Vorbereitungen auch die Möglichkeit einer Kasernierung von Mitarbeitern in Kraftwerken ein. Bereits zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 hatten E.on-Mitarbeiter einer Netzleitwarte für einige Zeit an ihrem Arbeitsplatz gewohnt und übernachtet.

Auch bei Wien Energie hat man Erfahrung mit der Isolation aus Infektionsschutzgründen. Im März vergangenen Jahres waren Mitarbeiter vorübergehend an ihre Arbeitsplätze gezogen.

fdi
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