Österreichische Bundesbahnen Mehr Reisende - Nachtzüge fahren profitabel

Vor drei Jahren haben die Österreichischen Bundesbahnen Nachtzüge von der Deutschen Bahn übernommen. Und sind zufrieden: Die Fahrgastzahlen steigen zweistellig - nun soll das Streckennetz erweitert werden.
ÖBB-Nightjet: Das Angebot soll ausgebaut werden - auch mit der Deutschen Bahn werden Gespräche geführt

ÖBB-Nightjet: Das Angebot soll ausgebaut werden - auch mit der Deutschen Bahn werden Gespräche geführt

Foto: Wegscheider/ ÖBB/ DPA

Im vergangenen Jahr haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) im Schnitt elf Prozent mehr Fahrgäste in Nachtzügen ans Ziel gebracht. Im Jahr 2019 gab es je nach Strecke Zuwächse von bis zu 20 Prozent bei den Fahrgastzahlen der sogenannten Nightjets, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä.

Die Deutsche Bahn war mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 aus dem für sie defizitären Nachtzuggeschäft ausgestiegen, die Österreicher übernahmen Teile davon. Matthä zeigte sich mit dem Kauf zufrieden. "Der Plan ist aufgegangen", sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Mit anderen Bahngesellschaften in Europa würden nun neue Destinationen verhandelt.

Bereits im Oktober hatte die ÖBB neue Ziele der Nightjets angekündigt:

  • Von Januar 2020 an soll über die aktuell 26 Verbindungen hinaus zweimal wöchentlich ein Nightjet zwischen Wien beziehungsweise Innsbruck nach Brüssel verkehren.
  • Ab Dezember 2020 soll eine Nachtzugverbindung zwischen Wien und Amsterdam dazukommen.

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Man spreche auch mit der Deutschen Bahn, sagte Matthä der "Wirtschaftswoche". "Wir sind in Gesprächen und würden es begrüßen, wenn die Deutsche Bahn als Kooperationspartner einsteigen würde", sagte er. Man könne etwa beim Ticketvertrieb zusammenarbeiten oder Nachtzüge gemeinsam betreiben.

Deutsche Bahn will keine neuen Schlaf- und Liegewagen

"Wir könnten auch über eine gesellschaftliche Verschränkung nachdenken", sagte Matthä. Das Nachtzuggeschäft sei zwar eine Nische, unterm Strich werfe es aber Gewinne ab.

Die ÖBB betreibt dem Bericht zufolge 18 eigene Nachtzug-Linien unter der Marke Nightjet und acht Nachtzugstrecken mit Partnern, unter anderem mit der Schweizer Bahn SBB.

Die Deutsche Bahn teilte dazu auf Anfrage mit, ein eigenes Angebot mit klassischen Schlaf- und Liegewagen sei derzeit nicht geplant. Allerdings betreibe der Konzern ein Netz an Intercity- und ICE-Zügen, die über Nacht mit Sitzwagen unterwegs seien. Dieses Angebot werde weiter ausgebaut.

kko/dpa-AFX