Brauerei Oettinger-Bier ohne Gentechnik

Die Billigbrauerei provoziert die Konkurrenz. Als erster Hersteller garantiert Oettinger, Bier ohne gentechnisch veränderte Rohstoffe zu verkaufen. Man sehe darin eine Fortschreibung des deutschen Reinheitsgebots, teilte das Unternehmen mit.
Oettinger-Bier: Vorstoß dürfte für Diskussionen in der Branche sorgen

Oettinger-Bier: Vorstoß dürfte für Diskussionen in der Branche sorgen

Foto: Stefan Puchner/ picture-alliance/ dpa

Hamburg - Die bayerische Brauerei Oettinger garantiert ihren Kunden ab sofort, dass in keinem ihrer Biere Spuren von gentechnisch veränderten Rohstoffen enthalten sind. Die größte deutsche Biermarke erfüllt damit als erster Hersteller die Anforderungen des Gütesiegels "Ohne Gentechnik" und darf seine Flaschen künftig entsprechend deklarieren.

Dieser Schritt sei nicht nur eine Reaktion auf den Kundenwunsch nach mehr Transparenz und die zunehmende Internationalisierung am Rohstoffmarkt, sagt Dirk Kollmar, Inhaber und Geschäftsführer von Oettinger. Die Brauerei sehe darin eine Fortschreibung des deutschen Reinheitsgebots, wonach in Bier neben Wasser nur Hopfen, Malz und Hefe enthalten sein darf.

Mit der Ankündigung dürfte die Brauerei ein weiteres Mal für Diskussionen innerhalb der Branche sorgen. Oettinger gilt als Außenseiter, da das Unternehmen kein Mitglied des Branchenverbands ist, den Zwischenhandel ausgeschaltet hat und daher extrem günstiges Bier anbietet. Außerdem verzichtet es konsequent auf Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Branchenexperten werten den Vorstoß deshalb auch als Provokation, um den teureren Markenherstellern zu zeigen, dass man trotz des Images als Billigbier eine Art "Reinheitsgebot Plus" anbieten kann.

sam
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