Daimler Mercedes soll eine Milliarde Euro beim Personal sparen

Die strengen Grenzwerte für Autoabgase stellen Daimler vor große Herausforderungen. Die wenig kreative Antwort von Vorstandschef Ola Källenius ist ein strikter Sparkurs. Die Anleger sind pikiert.

Mercedes-Logo: Personalabbau soll Kosten sparen
Kai Pfaffenbach/REUTERS

Mercedes-Logo: Personalabbau soll Kosten sparen


Daimlers Vorstandschef Ola Källenius sieht die Reduzierung der Abgasemissionen als zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre an. Um die hohen Kosten für die anspruchsvolle Technologie aufbringen zu können, müssen viele andere Konzernbereiche massiv sparen. Bis Ende 2022 sollen die Personalkosten in der Autosparte Mercedes-Benz Cars um mehr als eine Milliarde Euro sinken, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Stuttgart mit. Dazu sollen sowohl im Management als auch in den nicht direkt mit dem Auto befassten Bereichen Stellen abgebaut werden.

"Die Kostenbelastungen zur Erreichung der CO2-Ziele erfordern umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in allen Bereichen unseres Unternehmens. Dazu gehören auch die Verschlankung unserer Prozesse und Strukturen", sagte Källenius laut Mitteilung. Um die Entwicklung der Kassenlage zu verbessern, will Daimler die Investitionen in Sachanlagen sowie in Forschung und Entwicklung auf dem Niveau des laufenden Jahres deckeln und mittelfristig reduzieren.

Die Nachricht kam bei den Anlegern nicht gut an. Der Kurs der Daimler-Aktie sackte nach Handelsbeginn um bis zu 4,7 Prozent ab, zuletzt lag er noch 3,3 Prozent im Minus bei 51,76 Euro. Zuletzt hatte das Papier ordentlich Boden gutgemacht vom Jahrestief im August dieses Jahres bei gut 40 Euro.

Arbeitnehmer kündigen Widerstand an

Details zur Zahl der betroffenen Stellen nannte der Konzern zunächst nicht. Man befinde sich in engem Austausch mit den Arbeitnehmervertretern, hieß es. Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht hatte Ende vergangener Woche schon die Zahl von 1100 zu streichenden Stellen im Management genannt. "Wir sehen als Gesamtbetriebsrat durchaus die finanziell schwierige Situation sowie die Notwendigkeit von umsichtigen Maßnahmen, aber: Ihr dürft nicht für juristische Streitigkeiten oder Qualitätsprobleme von Zulieferern zur Kasse gebeten werden!", hatte ein verärgerter Brecht an die Mitarbeiter geschrieben.

Betriebsbedingte Kündigungen hat Daimler bis Ende des kommenden Jahrzehnts ausgeschlossen, auch Abfindungsprogramme oder ähnliches soll es nicht geben - was nicht ausschließt, dass der Konzern zum Beispiel freiwerdende Stellen nicht nachbesetzt. Der Betriebsrat will zudem über eine Ausweitung der Altersteilzeit verhandeln.

Für die neue Struktur setzt sich Daimler neue Renditeziele. Für das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars & Vans streben die Stuttgarter im kommenden Jahr vor möglichen Zöllen eine Umsatzrendite von mindestens vier Prozent an, 2022 soll sie sich auf mindestens sechs Prozent belaufen. In der Kernsparte mit Pkw - also ohne die Vans - hatte Daimler bisher immer eine Zielrendite von acht bis zehn Prozent angepeilt, lag auch wegen der flauen Autokonjunktur und Kosten für die Dieselaffäre zuletzt aber schon deutlich darunter. Im Geschäft mit Lkw und Bussen peilt Daimler im kommenden Jahr eine Umsatzrendite von mindestens fünf Prozent an, 2022 soll sie auf mindestens sieben Prozent klettern.

mik/dpa



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