Winterspiele 2022 in Peking Aktivisten setzen Olympia-Sponsoren wegen Lage der Uiguren unter Druck

Ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen in China kritisieren Unterstützer der unterdrückten Uiguren-Minderheit beteiligte Sponsoren. Der Zimmervermittler Airbnb ist laut einem Bericht des »Guardian« das erste Ziel.
Die Maskottchen Bing Dwen Dwen und Shuey Rhon Rhon werben in Harbin für Olympia 2022

Die Maskottchen Bing Dwen Dwen und Shuey Rhon Rhon werben in Harbin für Olympia 2022

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Xiao Liu / Imaginechina via AP

Aktivisten in zehn Ländern nehmen laut einem Bericht des britischen »Guardian « die Sponsoren der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking ins Visier. Grund dafür sind die Internierungslager, die China für die muslimische Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang unterhält. Mehr als eine Million Menschen sollen in dem westlichen Landesteil bereits eingesperrt worden sein.

Die Aktivisten bezeichnen die Olympischen Winterspiele in China deshalb als »Genozid Games« und schreiben weltweit beteiligte Firmen an, um sie auf die Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen. Um den Druck auf Brian Chesky, den Chef der Zimmerplattform Airbnb, zu erhöhen, haben die Unterstützer eine Kampagne erstellt, die Bilder von durchgestylten Unterkünften neben Lagern verfolgter Uiguren zeigt.

Airbnb gerät damit binnen weniger Tage bereits zum zweiten Mal in die Schusslinie der Politik. Nach dem Sturm aufs Kapitol in Washington hatte die Plattform einräumen müssen, in ihrem Netzwerk »zahlreiche Personen« identifiziert zu haben, die mutmaßlich »entweder mit bekannten Hassgruppen in Verbindung stehen oder anderweitig in die kriminellen Aktivitäten am Kapitolgebäude verwickelt sind«. Für die Amtseinführung Joe Bidens am 20. Januar hat Airbnb daher angekündigt, alle Reservierungen zu stornieren.

Gibt es mehr Boykottaufrufe?

Für das Unternehmen kommt die Debatte daher zur Unzeit. Noch vor Kurzem verkündete die Plattform  stolz eine umfassende Partnerschaft mit dem Internationalen Olympischen Komitee, Hunderte Millionen Dollar sollen in die olympischen Veranstaltungen fließen. Nach dem Willen der Uiguren-Aktivisten soll Airbnb seinen Einfluss nun im Sinne der Minderheit nutzen, wie der »Guardian« schreibt – oder sich komplett zurückziehen. Schweigen sei dagegen keine Option, die Aktivisten drängen auf ein Treffen mit Firmenchef Brian Chesky. Eine Stellungnahme seines Unternehmens steht bislang aus.

Unterdessen dürfte auch auf andere Firmen und Sportverbände, die sich an Olympia 2022 in Peking beteiligen, der Druck weiter wachsen. Der amerikanische Chinaexperte Bill Bishop hatte etwa bereits prognostiziert, dass die Rufe nach einem Boykott der Spiele zunehmen könnten. Neben Airbnb unterstützen auch andere internationale Konzerne wie Coca-Cola, Procter & Gamble oder der Versicherungskonzern Allianz die Olympischen Spiele.

apr
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