Online-Handel PayPal startet Bezahldienst auf Rechnung

Vorstoß in einen Riesenmarkt: Der Internetkonzern PayPal will Online-Händlern künftig Produktverkäufe auf Rechnung ermöglichen - und kooperiert dafür mit dem Unternehmen BillSAFE. Die Bezahlvariante ist unter deutschen Kunden wegen ihrer hohen Sicherheit besonders beliebt.

Berlin - Der Zahlungsanbieter PayPal will seine Macht im Internethandel ausweiten. Dafür beteiligt sich die Tochter der Handelsplattform Ebay am deutschen Dienstleister BillSAFE, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

Die Produkte der beiden Anbieter sollen in den kommenden Monaten schrittweise integriert werden. Zunächst bleibt es bei den bisherigen Dienstleistungen. Die Partner haben vor allem die kleineren und mittleren Internethändler im Auge, für die es ein zu großer Aufwand wäre, ein eigenes System für Zahlungen auf Rechnung zu organisieren.

BillSAFE organisiert für Online-Händler die Bezahlung per Rechnung. Bei PayPal sind bisher Kreditkarte oder Vorauszahlung möglich. Der Marktführer bei den Online-Bezahldiensten hätte einen Rechnungsdienst sicher auch im Alleingang aufziehen können, stand aber unter Zeitdruck: "Derzeit drängen sehr viele Anbieter in den Markt", sagte Deutschland-Geschäftsführer Gregor Bieler.

Die Zahlung auf Rechnung ist bei Kunden in Deutschland beliebt. Zum einen, weil sie dabei die Waren vor dem Bezahlen ausprobieren können. Zum anderen fühlen sie sich bei Zweifeln an der Verlässlichkeit eines Online-Händlers sicherer. Vor allem kleinere Händler bieten aber aus Angst vor Zahlungsausfällen keinen Kauf auf Rechnung an. PayPal und BillSAFE wollen das ändern. Es gehe darum, den Kauf auf Rechnung bei der Masse der Online-Händler zu etablieren, sagte Strigel.

BillSAFE wickelt den Kauf auf Rechnung für die Online-Händler komplett ab. Zunächst führt das Unternehmen eine automatisierte Risikoprüfung durch, bei der entschieden wird, ob ein Käufer per Rechnung zahlen darf. Der Kunde überweist das Geld dann an den Dienstleister, der es an den Händler weitergibt. Bei einem Zahlungsausfall streckt BillSAFE das Geld vor und treibt es später beim Käufer ein.

Für seine Dienstleistung erhebt das Unternehmen eine Gebühr von vier bis sieben Prozent des Rechnungsbetrags. PayPal liegt mit seinen aktuellen 1,2 bis 1,9 Prozent für Vorkasse oder Kreditkartenzahlung deutlich darunter.

Unklar ist, ob BillSAFE durch die geplante Kooperation Zugriff auf die rund 15 Millionen Kundenkonten von PayPal bekommt. Über eine Weitergabe der Daten werde noch nachgedacht, sagte Strigel. Sie würde, wenn überhaupt, "nur unter Berücksichtigung der Datenschutzregeln" erfolgen.

ssu/dpa
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