Onlinehandel Zahl der Retouren steigt deutlich

Der Onlinehandel floriert. Doch mit dem Wachstum zeigen sich auch immer deutlicher die negativen Begleiterscheinungen: Die Zahl der Rücksendungen ist deutlich gestiegen.

Online-Versandhandel
DPA

Online-Versandhandel


Die Deutschen schicken ihre Internet-Einkäufe immer häufiger an die Onlinehändler zurück. Jeder achte Onlinekauf werde inzwischen rückabgewickelt, berichtet die "Welt" unter Berufung auf ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom.

Demnach sei die Retouren-Quote in den vergangenen zwei Jahren noch einmal um 20 Prozent gestiegen. Waren es vor zwei Jahren noch zehn Prozent aller Online-Einkäufe, die wieder zurückgeschickt würden, seien es inzwischen schon zwölf Prozent. Etwa jeder siebte Befragte schickt sogar mehr als ein Viertel aller Einkäufe wieder zurück.

"Die Retoure-Quoten sind gerade in speziellen Warengruppen wie bei Kleidung enorm hoch und steigen von Jahr zu Jahr", sagte Julia Miosga, Leiterin des Bereichs Handel und Logistik beim Bitkom. Tatsächlich bestellten viele Kunden ihre Kleidung online gleich in mehreren Größen, um zu Hause eine Auswahl zu treffen. Der Berliner Versandhändler Zalando etwa spreche von einer Retourequote von etwa 50 Prozent. Das sei guter Durchschnitt.

Für die Onlinehändler seien die Einkaufsgewohnheiten eine kostspielige Angelegenheit. "Oft ist die Aufbereitung zum Wiederverkauf von zurückgeschickter Ware mit viel Aufwand verbunden", sagte Miosga. "Retouren bedeuten für die Anbieter schließlich nicht nur einen entgangenen Umsatz, sie verursachen auch Personal- und Prozesskosten, um die Retoure zu prüfen und in den Lagerbestand zurückzuführen."

mik/Reuters



insgesamt 72 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Crom 27.12.2018
1.
Bei Kleidung kann ich das verstehen und die Retouren sind ja auch eingepreist. Ansonsten muss man sich fragen, wird mehr Schrott versendet, der dann nicht gefällt oder nutzen gewisse Kreise diese Methode zu stark aus.
fanasy 27.12.2018
2. kostenlose Retoure macht es möglich
Wenn das Retourenporto selbst bezahlt werden müsste, was rechtlich ja ginge, sänke die Quote gleichsam mit dem Umsatz. Das hätte außer für den Händler nur Vorteile.
skeptikerin007 27.12.2018
3. Keine Lösung in Sicht
In unseren Stadt (25000 Einwohner) existieren noch drei Bekleidungsgeschäfte mit einigermaßen Qualitätswaren. Sonst Billigware, ob in der berüchtigten Pakistanabnehmer oder Supermärkte. Dazu die obligate Edelbutique mit astronomischen Preisen für die "besseren" Damen. Wenn jemand, wie ich Pech hat, nicht in diesen Geschäften etwas finden zu können ( übergewicht), dann ist sie an Versandhandel angewiesen. Nur die Konfektionsgrößen sind so unterschiedlich, dass meistens zwei Größen bestellen muss in der Hoffnung, dass mindestens ein Teil passt. Die Qualität ist nicht besser, als in der Billiggeschäften. Also zurück und ab in das Geschäft, was aus ethischen Gründen meiden möchte. So sieht es wahrscheinlich bei der meisten Internetbesteller aus
Sibylle1969 27.12.2018
4.
Deswegen werden bei Kleidung Retouren von vielen Händlern entweder billig verramscht, zB bei Zalando, oder sogar vernichtet, weil das billiger kommt, als die Ware für einen erneuten Verkauf herzurichten. Ich kaufe Kleidung nur im stationären Handel, weil die Quote der Kleidung, die ich tatsächlich nach dem Anprobieren kaufe, vielleicht bei 10% liegt. Ich war mal im Zalando-Outlet in Frankfurt, wo die Retouren-Ware billig verramscht wird. Mir fiel da auf, dass viele Sachen, insbesondere Schuhe, entweder deutliche Gebrauchsspuren aufwiesen, oder es handelte sich um Kleidung, die man kaum im Alltag tragen kann (High Heels, sehr schicke Kleider...), oder es waren Teile mit ausgefallenen Schnitten, die nur wenige Frauen tragen können.
mhuz 27.12.2018
5.
Wenn die Retour vom Kunden bezahlen werden müßte, würden dann noch so viele bestellen. Das System funktioniert nun einmal so, darüber jetzt zu jammern ist bescheuert. Im Laden sehe ich, was ich kaufe aber beim bestellen nicht Der Versandhandel muß damit leben - die Geister die ich rief, werde ich nicht mehr los.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.