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10. Februar 2017, 15:47 Uhr

Vereinbarte Kürzung

Opec fördert deutlich weniger Öl

Das Ölkartell Opec treibt die geplante Drosselung der Fördermenge voran. Hauptverantwortlich dafür ist Saudi-Arabien.

Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) hat laut der Internationalen Energieagentur (IEA) die vereinbarte Kürzung der Fördermenge im Januar zu 90 Prozent erreicht. In einem historischen Schulterschluss hatten die Opec und zahlreiche andere Förderstaaten wie Russland Ende 2016 beschlossen, die Ölförderung von Januar bis Juni 2017 um 1,8 Millionen Barrel am Tag zu drosseln. Die Opec allein soll 1,2 Millionen Barrel am Tag weniger fördern; auf sie entfallen also zwei Drittel der vereinbarten Kürzung.

Die für einige Experten überraschend schnelle Umsetzung der jüngsten Opec-Beschlüsse ist nach Einschätzung der IEA dem Mitgliedsland Saudi-Arabien zu verdanken. Demnach habe das mit Abstand wichtigste Förderland seine Produktion stärker als eigentlich vereinbart gesenkt. Die IEA, in der die Interessen führender Industriestaaten vertreten werden, sorgte mit ihrer Einschätzung für steigende Ölpreise.

Neben der geringeren Fördermenge spiele eine stabile Nachfrage nach Rohöl der Opec in die Karten, heißt es in der IEA-Mitteilung. Dies helfe dem Kartell, das Spiel von Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt wieder auszugleichen, um so die Preise zu stabilisieren. Derzeit herrscht auf dem Ölmarkt ein Überangebot an Rohöl - allerdings liegt der Ölpreis inzwischen mit rund 56 Dollar für die Sorte Brent doppelt so hoch wie vor einem Jahr.

Vor gut einer Woche hatte eine von der Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichte Schätzung ergeben, dass die Ölproduzenten die Fördermenge zum Jahresauftakt zwar deutlich gesenkt, die vereinbarte Produktionskürzung aber noch nicht erreicht hätten.

asa/dpa

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