Vereinbarte Kürzung Opec fördert deutlich weniger Öl

Das Ölkartell Opec treibt die geplante Drosselung der Fördermenge voran. Hauptverantwortlich dafür ist Saudi-Arabien.

Ölkraftwerk in Katar
AFP

Ölkraftwerk in Katar


Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) hat laut der Internationalen Energieagentur (IEA) die vereinbarte Kürzung der Fördermenge im Januar zu 90 Prozent erreicht. In einem historischen Schulterschluss hatten die Opec und zahlreiche andere Förderstaaten wie Russland Ende 2016 beschlossen, die Ölförderung von Januar bis Juni 2017 um 1,8 Millionen Barrel am Tag zu drosseln. Die Opec allein soll 1,2 Millionen Barrel am Tag weniger fördern; auf sie entfallen also zwei Drittel der vereinbarten Kürzung.

Die für einige Experten überraschend schnelle Umsetzung der jüngsten Opec-Beschlüsse ist nach Einschätzung der IEA dem Mitgliedsland Saudi-Arabien zu verdanken. Demnach habe das mit Abstand wichtigste Förderland seine Produktion stärker als eigentlich vereinbart gesenkt. Die IEA, in der die Interessen führender Industriestaaten vertreten werden, sorgte mit ihrer Einschätzung für steigende Ölpreise.

Neben der geringeren Fördermenge spiele eine stabile Nachfrage nach Rohöl der Opec in die Karten, heißt es in der IEA-Mitteilung. Dies helfe dem Kartell, das Spiel von Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt wieder auszugleichen, um so die Preise zu stabilisieren. Derzeit herrscht auf dem Ölmarkt ein Überangebot an Rohöl - allerdings liegt der Ölpreis inzwischen mit rund 56 Dollar für die Sorte Brent doppelt so hoch wie vor einem Jahr.

Vor gut einer Woche hatte eine von der Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichte Schätzung ergeben, dass die Ölproduzenten die Fördermenge zum Jahresauftakt zwar deutlich gesenkt, die vereinbarte Produktionskürzung aber noch nicht erreicht hätten.

asa/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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willibaldus 10.02.2017
1.
Das wird wohl nicht reichen, wenn man bedenkt, dass die USA bei dem gegenwärtigen Ölpreis ihre Produktion wieder erhöhen. https://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=WCRFPUS2&f=W
roughneckgermany 10.02.2017
2.
Die Preissteigerungen der vergangenen Monate waren alleine den Spekulanten zu verdanken. Bar jeder Realität wurde der Preis nach oben getrieben obwohl es keinerlei realistische Grundlage gegeben war.
willibaldus 10.02.2017
3.
Zitat von roughneckgermanyDie Preissteigerungen der vergangenen Monate waren alleine den Spekulanten zu verdanken. Bar jeder Realität wurde der Preis nach oben getrieben obwohl es keinerlei realistische Grundlage gegeben war.
Es gab mehrere Trends. Bis Juno 2016 fiel die US Ölförderung. Bis Ende 2016 haben die Ölexportierenden Länder ihre Förderung recht stetig erhöht. Libyen alleine hat ca 500000 Barrel pro Tag mehr gefördert, wenn man Anfang und Ende 2016 vergleicht. Die Nachfrage wird möglicherweise zum Ende des zweiten Quartals wieder so hoch wie die Ölförderung. Sicher ist das aber nicht.
thequickeningishappening 11.02.2017
4. Der Trend geht Richtung 100+
Und dann geht 's wieder runter auf 10! Das Casino lebt vom Auf und Ab! Stabilität waere Das Ende der Spekulation!
asirion 11.02.2017
5. oelkrieg
dank langsam voranschreitender energiewende auf der welt bestimmt der oelpreis immer noch ueber wohl und uebel von staaten. sie riechen schon ihren wirtschaftlichen Untergang :)
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