Ehemaliger Krisenkonzern Opel freut sich über Comeback

Der harte Sanierungskurs durch den französischen PSA-Konzern zeigt offenbar Wirkung. Der deutsche Autohersteller Opel sieht sich wieder auf Kurs. Das Wachstum sei profitabel und nachhaltig.

Opel ist inzwischen profitabel
RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Opel ist inzwischen profitabel


Bei Opel wächst die Zuversicht: "Unser Comeback ist gut gelungen. Wir wachsen profitabel und nachhaltig", teilte Opel-Chef Michael Lohscheller in Rüsselsheim mit.

Der Autohersteller trug im ersten Halbjahr mit rund 700 Millionen Euro zum Betriebsergebnis des PSA-Konzerns bei. Das war gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 40 Prozent. Opel wurde vor zwei Jahren vom Peugeot-Hersteller PSA übernommen.

Aus der Gewinnzahl sind neben Zinsen und Steuern die Einmalkosten beispielsweise für Abfindungen an ausscheidende Mitarbeiter herausgerechnet. Opel sei aber auch nach Abzug der Aufwendungen für den Unternehmensumbau hoch profitabel, hieß es von Lohscheller.

PSA steigert Gewinn

Opel war im August 2017 vom US-Autohersteller General Motors(GM) zu PSA gekommen. Der Konzern mit den Traditionsmarken Peugeot und Citroën leitete dann einen harten Sanierungskurs ein. Opel hatte unter GM jahrelang Verluste gemacht.

PSA-Konzernchef Carlos Tavares sagte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen, Opel sei rentabler geworden, auch dank intensiver Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Gerade in Deutschland hatte es Widerstand gegeben, beispielsweise beim Teilverkauf des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums an den Ingenieurs-Dienstleister Segula.

Seit der Übernahme durch PSA hat Opel in seinen deutschen Werken jeden dritten der einst 19.300 Jobs abgebaut, dabei aber auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Knapp 6200 Beschäftigte wählten die Abfindungen oder Ruhestandsregelungen, einige hundert sollen noch zu Segula wechseln.

Der Konzernumsatz von PSA sank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 38,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg hingegen auf 2,1 Milliarden Euro, das waren 335 Millionen Euro mehr als zuvor. Finanzvorstand Philippe de Rovira sagte, dass Einzelergebnisse von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall in den Mitteilungen des Konzerns nicht mehr einzeln ausgewiesen werden, da die Gruppe zusammenwachse.

brt/dpa

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