Übernahmepläne Peugeot-Chef gibt Jobgarantie für Opel

Peugeot-Chef Tavares hat mit Kanzlerin Merkel telefoniert und über die geplante Opel-Übernahme gesprochen. Laut Bundesregierung gab er eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter. Doch die gilt nicht ewig.

Opel-Werk in Kaiserslautern
DPA

Opel-Werk in Kaiserslautern


Peugeot-Chef Carlos Tavares hat Bundeskanzlerin Merkel versichert, dass die Franzosen bei einer Opel-Übernahme die laufenden Garantien für Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland akzeptieren. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag nach einem Telefonat von Merkel und Tavares mit.

Dabei habe Tavares bekräftigt, dass Peugeot "die Eigenständigkeit von Opel im Konzernverbund erhalten und die Standort-, Investitions- und Beschäftigungsgarantien übernehmen werde". Das heißt: Peugeot sichert zu, an der Jobgarantie bis Ende 2018 und den Investitionszusagen für die Opel-Standorte in Deutschland bis 2020 festzuhalten. Danach droht nach Ansicht von Experten allerdings ein harter Sanierungskurs.

Der Peugeot-Chef habe im Telefonat betont, dass beide Unternehmen einander gut ergänzten, sagte Seibert. Der französische Autobauer teilte seinerseits mit, Merkel sei in dem Gespräch "sehr offen" für eine Übernahme von Opel durch Peugeot gewesen.

Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) begrüßt die geplante Übernahme. Bei einem Unternehmensbesuch in Berlin sagte sie, dass aus der Übernahme eine "Win-win-Situation" geschaffen werden könnte. "Wir glauben, das beide Standorte davon profitieren können, die französischen und die deutschen Werke", sagte die SPD-Politikerin. "Die Kooperation auf deutsch-französischer Basis kann wirklich ein Champion-Unternehmen hervorbringen."

Der französische Autokonzern PSA-Peugeot-Citroën will Opel vom US-Autobauer General Motors kaufen. Opel beschäftigt in Deutschland gut 19.000 Menschen und hat neben dem Stammwerk in Rüsselsheim auch Fabriken in Kaiserslautern und Eisenach sowie ein Ersatzteilzentrum in Bochum.

hej/Reuters/dpa

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
tpro 21.02.2017
1.
"...Peugeot-Chef Tavares hat mit Kanzlerin Merkel telefoniert und über die geplante Opel-Übernahme gesprochen. Laut Bundesregierung gab er eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter...." Nur bla, bla, bla. Rechtlich überhaupt nicht bindend. Und Merkel wird es eh egal sein.
rfriedfe 21.02.2017
2. Na super
Jobgarantie für ein ganzes Jahr! Da war unsere Arbeitsministerin begeistert. Die Opel Arbeiter auch?
53er 21.02.2017
3. Wenn die Frage geklärt ist,
wieviel Peugeot für die Übernahme von Opel zahlt, ist auch vorherzusagen, ob die Job- und Bestandsgarantien eventuell in die Verlängerung gehen werden. Tavares wird darauf achten, dass sich die Investition so schnell wie möglich lohnt. Gelingt es Opel, nun frei von amerikanischem Optimierungsgedöns, endlich Gewinne zu erwirtschaften, könnte sich die erhoffte Win-Win-Situation einstellen.
Rosa3000 21.02.2017
4. Natürlich gilt die nicht ewig!
Das wäre ja Sozialismus und kann daher niemand, egal wem Opel wann gehört. Lässt dich bitte solche Statements.
rainer_daeschler 21.02.2017
5. Mehr braucht die Politik nicht.
Zitat von rfriedfeJobgarantie für ein ganzes Jahr! Da war unsere Arbeitsministerin begeistert. Die Opel Arbeiter auch?
Und erst die Kanzlerin. Sie hat durch zähe Verhandlungen die Arbeitsplätze bei Opel gerettet, zumindest bis sie die Bundestagswahl hinter sich hat. Na, ja, schneller hätte Peugeot die Arbeiter schon aus rein organisatorischen Gründen nicht vor die Tür setzen können. Aber so sieht es für alle Beteiligten besser aus.
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