Wegfall eines Modells Opel meldet in Stammwerk Rüsselsheim Kurzarbeit an

Ein Großteil der rund 2600 Opel-Beschäftigten im Stammwerk Rüsselsheim soll in Kurzarbeit gehen. Sechs Monate lang wird die Spätschicht gestrichen.

Opel-Logo in Rüsselsheim: Zu wenig Aufträge
Silas Stein/DPA

Opel-Logo in Rüsselsheim: Zu wenig Aufträge


Es sind nicht genügend Aufträge da, und betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen: Nun meldet Opel für sein Stammwerk in Rüsselsheim Kurzarbeit an. Der Autobauer streicht dort für sechs Monate die Spätschicht. In Absprache mit dem Betriebsrat hat das Unternehmen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeit für die meisten der rund 2600 Beschäftigten des Produktionswerks angezeigt, sagte ein Opel-Sprecher und bestätigte damit Berichte des "Handelsblatts" und der "Wirtschaftswoche".

Die Arbeitnehmer erhalten für die nicht geleistete Arbeitszeit Kurzarbeitergeld als Lohnersatzleistung sowie einen Zuschlag von Opel. Das Entwicklungszentrum und weitere zentrale Einheiten des Autobauers sind nicht betroffen.

In dem zum französischen PSA-Konzern zählenden Autowerk ist im Sommer die Produktion des Familienwagens Zafira ausgelaufen, und der Absatz der Limousine Insignia schwächelt. Erst im Jahr 2021 kommt mit dem Kompaktwagen Astra ein zweites Modell ins Opel-Stammwerk und soll dieses nachhaltig sichern. Bis dahin sollen die Beschäftigten möglichst im Unternehmen gehalten werden. "Dieser Schritt dient dazu, eine sozialverträgliche Brückenlösung zu schaffen", begründete das Unternehmen die Kurzarbeit. Betriebsbedingte Kündigungen sind an den deutschen Opel-Standorten bis Sommer 2023 ausgeschlossen.

mmq/dpa/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dirkcoe 01.10.2019
1. Keine Überraschung
Der Strukturwandel bei den Autobauern geht natürlich auch an Opel nicht vorbei. Also gilt es die Zeit bis 2023 zu überbrücken - dann läuft die Jobgarantie aus und es kann entlassen werden.
Pango 01.10.2019
2. Marktbereinigung nötig
Opel hangelt sich wirklich von Strohhalm zu Strohhalm. Immerhin haben sie im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Autoherstellern ihre Kunden nicht wissentlich und systematisch betrogen, aber selbst diese Ehrlichkeit hat ihnen nicht geholfen. Jetzt wo die Franzosen das letzt bisschen Know-how aufgekauft haben, lohnt es sich eigentlich kaum noch, diese Marke am Leben zu halten. Das Geld für freshe Marketingkampagnen und "Umparken im Kopf" kann doch auch gleich in Citroën gesteckt werden. Macht doch kein Unterschied, solange die Autos in D gefertigt werden – nur spart man durch das Vermeiden doppelter Strukturen nochmal ordentlich ein.
tutnet 01.10.2019
3. Leider auf Kosten der Arbeitnehmer und Unternehmen,
die in die Arbeitslosenversicherung einzahlen müssen. Ob sich da jeder Beitragszahler freut, daß er solidarisch mit den OPEL-Beschäftigten sein "darf" (muß!).
bradt@arcor.de 01.10.2019
4. Fein, wieder mal auf Kosten der Allgemeinheit
Bekanntlich wurde Opel ja von unseren französischen Freunden gerettet. Dann mögen diese jetzt bitte auch zahlen und sollen die Kosten ihrer ach so gelungenen Sanierung nicht auf das deutsche Stimmvieh umlegen. Dass PSA über kurz oder lang Opel zerschlägt und maximal auf ihre Autos nur noch das Opelzeichen schraubt, sollte wohl klar sein. Dann mag aber bitte jetzt die Grande Nation für die Zerstörung gerade stehen, die Deutschen fühlen sich ja auch im Ausland für alles verantwortlich.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.