Angeschlagener Autohersteller Opel-Mitarbeiter verzichten auf Lohnplus

Die IG Metall kommt dem Autohersteller Opel entgegen. Bis Oktober wird die fällige Lohnerhöhung für die Mitarbeiter ausgesetzt. Damit spart das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag. Hintergrund ist der Poker um das Werk in Bochum.

Opel-Mitarbeiter: Die Angestellten verzichten vorerst auf Lohnplus von 4,3 Prozent
dapd

Opel-Mitarbeiter: Die Angestellten verzichten vorerst auf Lohnplus von 4,3 Prozent


Frankfurt am Main/Rüsselsheim - Im Zuge der Sanierungsgespräche bei Opel ist die Tariferhöhung für die mehr als 20.000 Beschäftigten in Deutschland vorerst ausgesetzt worden. Damit wird Opel um einen zweistelligen Millionenbetrag entlastet. Der Opel-Vorstand hatte sich am Mittwoch bereit erklärt, im Zuge der Sanierung bis Ende 2016 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

Allerdings gilt der Verzicht unter Vorbehalt: Falls die laufenden Verhandlungen mit dem Opel-Vorstand scheitern, muss die Erhöhung nachgezahlt werden. Die Aussetzung der Tariferhöhung gilt als Entgegenkommen der IG Metall für die angebotene Jobgarantie.

Der Verzicht bringt dem Autobauer umgehend Entlastung: Bei einem geschätzten Durchschnittsgehalt von 3.500 Euro im Monat würde Opel bis Oktober rund 19 Millionen Euro weniger an die Mitarbeiter überweisen müssen.

Am Mittwoch hatten Vorstand, IG Metall und Betriebsrat Eckpunkte des Sanierungsplans vorgelegt: Demnach verzichtet Opel bis Ende 2016 auf betriebsbedingte Kündigungen und betreibt auch das von der Schließung bedrohte Werk Bochum bis dahin weiter. Ab 2017 ist aber keine weitere Produktion in Bochum geplant, das Werk müsste schließen. Über die Einzelheiten des Rettungsplans wird nun verhandelt.

Die Tochter des US-Konzerns General Motors soll ihre Produktionskapazität reduzieren. Zuletzt hatte der Konzern ein Werk in Antwerpen geschlossen. Seitdem ist die Nachfrage nach Modellen von Opel und der Schwestermarke Vauxhall aber weiter gefallen. Allein im wichtigsten Markt Deutschland wurden im Mai elf Prozent weniger Opel-Fahrzeuge verkauft.

Die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) fordert eine langfristige Perspektive für das Opel-Werk in ihrer Stadt. Es gehöre zu den leistungsstärksten Automobilwerken in Europa, sagte die SPD-Politikerin. "Es sollte für Opel doch möglich sein, bei einer Produktoffensive mit 23 neuen Modellen, 13 neuen Motoren und Getrieben eine Nachfolgeproduktion für den Zafira nach Bochum zu vergeben."

cte/Reuters/dapd

insgesamt 24 Beiträge
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Zenturio.Aerobus 14.06.2012
1. Gewerkschaften
Zitat von sysopdapdDie IG Metall kommt dem Autohersteller Opel entgegen. Bis Oktober wird die fällige Lohnerhöhung für die Mitarbeiter ausgesetzt. Damit spart das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag. Hintergrund ist der Poker um das Werk in Bochum. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838920,00.html
Kommt mir das nur so vor oder tun Gewerkschaften heutzutage das genaue Gegenteil von dem, was sie früher taten?
trick66 14.06.2012
2. Hübsch...
...aber 2016 ist Opel Bochum trotzdem tot. Hoffentlich nutzen die dortigen Arbeitnehmer die lange Gnadenfrist, sich etwas anderes zu suchen und warten nicht einfach nur auf den Sozialplan. Und Frau Kraft hat ja nun auch genug Zeit, anderen Unternehmen den Standort Bochum schmackhaft zu machen.
Trollvottel 14.06.2012
3.
Zitat von Zenturio.AerobusKommt mir das nur so vor oder tun Gewerkschaften heutzutage das genaue Gegenteil von dem, was sie früher taten?
Sie tun das genaue Gegenteil von dem was ihre Aufgabe ist.
hubertrudnick1 14.06.2012
4. Lohnverzicht
Zitat von sysopdapdDie IG Metall kommt dem Autohersteller Opel entgegen. Bis Oktober wird die fällige Lohnerhöhung für die Mitarbeiter ausgesetzt. Damit spart das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag. Hintergrund ist der Poker um das Werk in Bochum. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838920,00.html
Noch nie hat jemals ein Lohnverzicht den Arbeitnehmern was gebracht, man hat nur das Sterben verlängert. Es ist doch längst alles entschieden, dass machen immer diejenigen die mit der Belegschaft nichts, oder kaum was zu tun haben. HR
coyote38 14.06.2012
5. Das wird General Motors in Detroit freuen
Dann kann man noch ein paar Millionen MEHR sparen, bevor entweder Bochum oder Rüsselsheim dichtgemacht wird.
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